Impfungen für werdende Eltern

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Vorfreude, Erwartungen und viele gemeinsame Pläne. Gut, wenn der Schutz immer dabei ist.

In der Schwangerschaft schützen Impfungen Mutter und Kind. Auch Personen im direkten Umfeld sollten für einen sicheren Start ins Leben geimpft sein.

Kinderwunsch und Schwangerschaft 

Impfungen vor und während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft verändert sich das Immunsystem. Das macht die werdende Mutter anfälliger für bestimmte Infektionen. Ein guter Impfschutz vor und während der Schwangerschaft schützt nicht nur die Mutter, sondern auch das ungeborene Kind. Manche Impfungen der Mutter geben dem Baby einen gewissen Schutz für die ersten Lebensmonate mit auf den Weg.

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Schutz der Eltern

Ein guter Impfschutz unterstützt die Gesundheit der Menschen im direkten Umfeld und schafft eine sichere Umgebung fürs Baby.

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Schutz für zwei

Ein aktueller Impfschutz hilft, Infektionen zu vermeiden, die während der Schwangerschaft zu Komplikationen führen können.

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Impfungen bei Kinderwunsch

Die Immunität gegen Röteln, Windpocken, Masern und Mumps sollte vor einer Schwangerschaft sichergestellt sein.

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Impfungen in der Schwangerschaft

Die Impfung gegen Keuchhusten und saisonale Impfungen gegen Grippe und RSV sind während der Schwangerschaft wichtig und empfohlen.

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Nestschutz: Mamas Impfung schützt das Baby mit

Über Plazenta und Muttermilch erhält das Kind schützende Antikörper für die ersten Lebensmonate.

Spezifisch in der Schwanger­schaft empfohlene Impfungen

Keuchhusten-Impfung 

(empfohlen zwischen der 13. und 26. Schwangerschaftswoche)

Neugeborene sind in den ersten Lebenswochen besonders anfällig für eine Keuchhusten-Infektion, da sie zu diesem Zeitpunkt noch keinen eigenen Impfschutz haben. Um frühzeitig schützende Antikörper über die Plazenta auf das Kind zu übertragen, wird eine Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) in jeder Schwangerschaft empfohlen – unabhängig davon, ob die Frau bereits früher geimpft wurde oder die Erkrankung durchgemacht hat. 
Zum Schutz des Neugeborenen sollten zudem auch enge Kontaktpersonen (z. B. Partner/Partnerin, Grosseltern, Tageseltern) innerhalb der letzten zehn Jahre geimpft worden sein.

Grippeimpfung 

(während der gesamten Schwangerschaft möglich; empfohlen von Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle)

Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Grippeinfektion. Die Impfung schützt sowohl die werdende Mutter als auch das Kind vor möglichen Komplikationen.

Die Grippeimpfung wird empfohlen für alle schwangeren Frauen sowie für alle Frauen, die in den letzten vier Wochen entbunden haben. Die Grippeimpfzeit dauert von Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle. Die Grippewelle beginnt in der Schweiz meistens im Januar. Eine Grippeimpfung kann gleichzeitig mit, vor oder nach einer Covid-19-Impfung erfolgen. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.

Covid-19-Impfung, insbesondere bei Vorerkrankungen

(empfohlen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel; idealerweise zwischen Mitte Oktober und Dezember)

In der Schwangerschaft ist das Risiko leicht erhöht, dass eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 schwer verläuft oder zu Komplikationen führt. Die Impfung kann dieses Risiko verringern. Sie wird insbesondere Schwangeren mit Vorerkrankungen empfohlen, die unabhängig von der Schwangerschaft das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen. Für alle anderen Schwangeren kann eine Impfung nach individueller ärztlicher Beurteilung empfohlen werden.

RSV-Impfung 

(empfohlen zwischen der Schwangerschaftswoche 32+0 und 36+0, wenn der Geburtstermin in die RSV-Saison von Oktober bis März fällt) 

Zur Verhinderung schwerer Erkrankungen der unteren Atemwege durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) wird eine Impfung im letzten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Die Verabreichung des Impfstoffs führt zur Bildung mütterlicher Antikörper, die über die Plazenta auf das Kind übertragen werden und in den ersten Lebensmonaten Schutz vor RSV-bedingten Spitaleinweisungen bieten.

Die Impfung wird für Schwangere zwischen der Schwangerschaftswoche 32+0 und 36+0 empfohlen, wenn der Geburtstermin zwischen Anfang Oktober und Ende März liegt. Für eine ausreichende Schutzwirkung sollte die Impfung mindestens zwei Wochen vor der Geburt verabreicht werden.

Bei Geburt zwischen April und September kann der Säugling durch die Gabe einer RSV-Prophylaxe (Antikörper) im Oktober geschützt werden.

Gut zu wissen

Impfungen mit Totimpfstoffen sind grundsätzlich während der Schwangerschaft sicher und möglich. Lebendimpfstoffe sollten während der Schwangerschaft hingegen nicht verabreicht werden. Lassen Sie sich von Ihrer betreuenden Fachperson beraten.

Fragen und Antworten

Welche Impfungen sind vor einer Schwangerschaft wichtig?open

Vor einer geplanten Schwangerschaft sollte ein Immunitätscheck erfolgen. Einige Infektionskrankheiten können während der Schwangerschaft zu Komplikationen führen und sowohl für Mutter als auch Kind gefährlich sein.

Besonders wichtig ist eine nachgewiesene Immunität gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Da es sich um Lebendimpfstoffe handelt, die während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden dürfen, sollten diese Impfungen spätestens 30 Tage vor einer möglichen Empfängnis abgeschlossen sein.

Kommt es dennoch versehentlich zu einer Impfung mit einem Lebendimpfstoff in der Schwangerschaft, stellt dies keinen Grund für einen Schwangerschaftsabbruch dar. Nach heutigem Wissensstand ist das Risiko für Komplikationen beim ungeborenen Kind nach einer versehentlichen Impfung äusserst gering.

Eine Schwangerschaftsplanung oder Schwangerschaft ist eine gute Gelegenheit zu überprüfen, ob man bei den Impfungen allgemein auf dem neuesten Stand ist. Dazu gehören beispielsweise die Auffrischimpfungen gegen Diphtherie, Starrkrampf und Kinderlähmung. Ein frühzeitiger Impfstatus-Check trägt wesentlich dazu bei, Mutter und Kind bestmöglich zu schützen.

Bei geplanten Auslandsreisen können zudem zusätzliche Impfungen notwendig sein. Lassen Sie sich frühzeitig von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.

Warum ist eine Rötelnimpfung vor der Schwangerschaft wichtig?open

Röteln verlaufen häufig mild, können in der Schwangerschaft jedoch gefährlich sein. Eine Infektion in den ersten 20 Schwangerschaftswochen kann zu Fehlgeburten oder schweren Fehlbildungen beim Kind führen - insbesondere des Herzens, der Augen oder des Gehörs. Auch geistige und körperliche Entwicklungsstörungen sind möglich.

Da es sich bei der Rötelnimpfung um einen Lebendimpfstoff handelt, sollte sie spätestens einen Monat vor der Empfängnis abgeschlossen sein. Bei bestehender Immunität (durch Impfung oder durchgemachte Erkrankung) besteht kein Risiko. Wer nicht immun ist, sollte vor einer geplanten Schwangerschaft geimpft werden. Während der Schwangerschaft sollte der Kontakt zu an Röteln erkrankten Personen unbedingt vermieden werden. Bei möglicher Ansteckung sollte sofort ärztlicher Rat eingeholt werden.

Ist der Impfstatus des anderen Elternteils auch wichtig?open

Ja, der Impfstatus beider Elternteile spielt eine wichtige Rolle. Ein aktueller Impfschutz, insbesondere gegen Keuchhusten, wird für den anderen Elternteil, Grosseltern und alle Kontaktpersonen des Neugeborenen empfohlen. Dies schützt das Neugeborene vor möglicherweise schweren Infektionen.

Im Winterhalbjahr ist zudem die Grippeimpfung für alle engen Kontaktpersonen von Säuglingen unter sechs Monaten empfohlen. Säuglinge haben während der ersten Lebensmonate ein deutlich erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Grippeerkrankung.

Warum ist eine Masernimpfung vor der Schwangerschaft wichtig?open

Masern zählen zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Eine Infektion in der Schwangerschaft kann zu Fehlgeburt, Frühgeburt oder niedrigem Geburtsgewicht führen. Die Krankheit selbst verläuft oft schwer mit hohem Fieber, Erschöpfung und Ausschlag. Komplikationen wie Lungenentzündung oder Gehirnentzündung sind möglich.

Zwei Impfdosen vor der Schwangerschaft bieten einen langanhaltenden Schutz. Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, darf die Masernimpfung nicht während der Schwangerschaft gegeben werden. Frauen ohne Immunität sollten engen Kontakt mit erkrankten Personen meiden und bei möglichem Kontakt sofort ihre betreuende Fachperson informieren. Eine Impfung kann direkt nach der Geburt nachgeholt werden.

Warum ist eine Mumpsimpfung vor der Schwangerschaft wichtig?open

Mumps verläuft meist mit geschwollenen Ohrspeicheldrüsen, kann aber bei Erwachsenen ernster sein. In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen wie Hirnhaut-, Hoden- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen. Während der Schwangerschaft besteht zwar kein spezifisches Risiko für das ungeborene Kind, jedoch können Erkrankung und Fieber belastend sein.

Auch hier gilt: Zwei Impfdosen oder eine durchgemachte Erkrankung bieten langanhaltenden Schutz. Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, ist eine Impfung während der Schwangerschaft nicht möglich. Wer nicht immun ist, sollte sich vor einer Schwangerschaft impfen lassen und engen Kontakt mit Erkrankten meiden. Bei unklarem Impfstatus hilft eine Blutuntersuchung zur Abklärung.

Warum ist eine Windpockenimpfung vor der Schwangerschaft wichtig?open

Windpocken verlaufen bei Kindern meist mild, bei Erwachsenen jedoch oft schwerer. Eine Varizellen-Infektion während der Schwangerschaft kann schwerer verlaufen als bei anderen Erwachsenen und für die werdende Mutter gefährlich sein, weil sie sich unter anderem zu einer Lungenentzündung weiterentwickeln kann. Wenn Sie sich in der ersten Hälfte der Schwangerschaft mit Varizellen anstecken, besteht für Ihr ungeborenes Baby ein geringes Komplikationsrisiko. Wenn Sie sich kurz vor der Geburt infizieren, ist das Infektionsrisiko für Ihr Neugeborenes hoch. Die Impfung mit zwei Dosen bietet wirksamen Schutz und sollte vor der Schwangerschaft abgeschlossen sein. In der Schweiz sind bereits 90 % der Erwachsenen immun, weil sie die Krankheit in der Kindheit durchgemacht haben. Wer unsicher ist, kann den Immunstatus vor einer geplanten Schwangerschaft ärztlich abklären lassen. Bei möglichem Kontakt während der Schwangerschaft sollte umgehend eine Fachperson kontaktiert werden, es gibt in bestimmten Fällen die Möglichkeit einer medikamentösen Prophylaxe.

Ist eine versehentliche Impfung mit einem Lebendimpfstoff in der Frühschwangerschaft gefährlich?open

Wenn eine Lebendimpfung versehentlich in der Frühschwangerschaft verabreicht wurde, ist das kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Bisher gibt es keine Hinweise, dass solche Impfungen dem Kind schaden.

Dennoch wird während der Schwangerschaft von Lebendimpfstoffen abgeraten: Aus Sicherheitsgründen möchte man vermeiden, dass die abgeschwächten Erreger eventuell das ungeborene Kind erreichen – auch wenn dies sehr unwahrscheinlich ist.

Wie funktioniert der sogenannte Nestschutz? open

Eine besondere Form der passiven Immunisierung ist der sogenannte Nestschutz. Dabei werden schützende Antikörper von der Mutter auf das Kind übertragen: während der Schwangerschaft über die Plazenta oder nach der Geburt durch die Muttermilch. So erhält das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten einen Schutz vor bestimmten Infektionen. Die Keuchhusten-Impfung wird aus diesem Grund in der Schwangerschaft empfohlen: Sie nutzt den Nestschutz, um das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten zu schützen, da Keuchhusten in dieser Zeit besonders gefährlich sein kann. Der Nestschutz hält nur einige Monate an, deshalb ist es wichtig, Säuglinge rechtzeitig mit den empfohlenen Impfungen zu schützen.

Warum sollten bestimmte unvollständige Impfungen bei der Mutter sofort nach der Geburt vervollständigt werden?open

Nach der Geburt ist ein guter Zeitpunkt, um fehlende Impfungen wie gegen Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken nachzuholen. Diese Impfungen mit Lebendimpfstoffen dürfen während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Ein vollständiger Impfschutz schützt vor entsprechenden Erkrankungen und ist auch für die Gesundheit der Mutter und eines zukünftigen Kindes bei einer späteren Schwangerschaft von Bedeutung. Impfungen können problemlos auch während der Stillzeit erfolgen.