Hepatitis B

Hepatitis B ist eine durch Viren übertragene, ansteckende Leberentzündung. Sie wird durch Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen, zum Beispiel während der Geburt oder bei sexueller Aktivität. Die Impfung wird allen Säuglingen, ungeimpften Jugendlichen und gefährdeten Erwachsenen empfohlen.

Kurz und knapp: Die Impfung gegen Hepatitis B

Empfohlen für

  • alle Säuglinge (als Basisimpfung)
  • Jugendliche ohne bisherige Hepatitis-B-Impfung

Als Impfung für Risikogruppen/Risikosituationen unabhängig vom Alter für:

  • Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko, z. B. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem
  • Personen mit erhöhtem Risiko, sich anzustecken – etwa Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, Drogen konsumieren oder häufig die Sexualpartner wechseln

Impfschema

  • für Säuglinge: drei Impfdosen, je eine im Alter von 2, 4 und 12 Monaten
  • für Jugendliche (11-15 Jahre): zwei oder drei Impfdosen, je nach Impfstoff
  • Risikogruppen/Risikosituationen: Das Impfschema hängt vom Alter und vom Risiko ab. Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten.

Warum ist die Hepatitis B-Impfung sinnvoll?

Eine akute Hepatitis B heilt meist von selbst und vollständig aus. In einigen Fällen geht sie jedoch in eine chronische Form über, die zu einer dauerhaften Schädigung der Leber (Leberzirrhose) oder Leberkrebs führen kann. Eine chronische Hepatitis B ist zwar behandelbar, sie ist aber nicht heilbar. Daher ist die Impfung der beste Schutz.

Schutz vor Ansteckung
Das Virus wird durch Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen – etwa beim Geschlechtsverkehr, durch gemeinsam genutzte Nadeln oder bei der Geburt von der Mutter auf das Kind. Die Impfung schützt zuverlässig davor, sich über diese Wege mit Hepatitis B anzustecken.
Schutz vor schweren Spätfolgen
Die Impfung ist das wirksamste Mittel, um eine chronische Infektion zu verhindern. Sie schützt damit vor den möglichen schweren Folgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs.
Früher Schutz für Babys
Ist die Mutter mit Hepatitis B infiziert, besteht für das Baby bei der Geburt ein hohes Ansteckungsrisiko. Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft und die Impfung des Babys kurz nach der Geburt bieten sicheren Schutz. Bei Hepatitis B in der Schwangerschaft beraten Sie medizinische Fachpersonen.
Langzeitschutz und Sicherheit
Die Hepatitis-B-Impfung wurde weltweit mehr als 1 Milliarde Mal verabreicht und gilt als sehr sicher. Studien zeigen, dass sie einen langanhaltenden Schutz bietet, der normalerweise nicht aufgefrischt werden muss.
Mehrfach geschützt mit einer Spritze
Bei Säuglingen wird meist ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der gleichzeitig vor weiteren Krankheiten schützt. So sind weniger Spritzen nötig – bei vollem Impfschutz.

Impfkalender für Hepatitis B

Die Impfung gegen Hepatitis B wird bei Säuglingen bevorzugt als Kombinationsimpfung (Sechsfach-Impfung) verabreicht, die gleichzeitig vor Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B schützt.

Jugendliche, die nicht als Säugling geimpft wurden, erhalten einen Einzelimpfstoff gegen Hepatitis B.

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

Hepatitis B

1)

Diphtherie

2)

Starrkrampf

Tetanus

Keuchhusten

Pertussis

Kinderlähmung

Poliomyelitis

Haemophilus influenzae Typ b

Hib

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Seit 1982 wurden weltweit mehr als eine Milliarde Impfdosen verabreicht. Die Hepatitis-B-Impfung hat sich als sehr sicher erwiesen. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meistens schwach und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Die vollständige Impfung ist der beste Schutz vor Hepatitis B, einer möglichen chronischen Form und ihren möglichen Spätfolgen.

Reduziertes Ansteckungsrisiko

Die Impfung schützt zuverlässig vor einer Ansteckung mit dem Hepatitis-B-Virus.

Schutz vor chronischer Krankheit

Die Impfung verhindert einen chronischen Verlauf von Hepatitis B.

Vorbeugung schwerer Folgen

Hepatitis B kann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Die Impfung beugt diesen Komplikationen wirksam vor.

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Die Hepatitis-B-Impfung wird sehr gut vertragen und ist für Erwachsene und für Kinder sicher. Die häufigen Nebenwirkungen gelten als normale Impfreaktionen – sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Häufige Nebenwirkungen

Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle. Sie verschwinden meist nach 1 bis 2 Tagen. 

Seltene Nebenwirkungen

Selten kann es zu vorübergehendem Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Gelenkschmerzen kommen.

Sehr seltene Nebenwirkungen

Es kann bei einzelnen Personen direkt nach einer Impfung zu einer schweren allergischen Reaktion kommen. Eine solche muss sofort medizinisch behandelt werden.

Impfstoff

Der Impfstoff gegen Hepatitis B ist sowohl als Einzelimpfstoff als auch als Kombinationsimpfstoff erhältlich.

Der Hepatitis-B-Impfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff.

Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine lebenden Erreger enthalten. Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff.

Fragen und Antworten

Warum sind einige Jugendliche und Erwachsene in der Schweiz nicht gegen Hepatitis B geimpft?open

Viele Jugendliche und Erwachsene haben die Hepatitis-B-Impfung nicht erhalten, weil sich die Impfempfehlungen in der Schweiz im Laufe der Zeit verändert haben. Bis 2019 lag der Schwerpunkt darauf, Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren zu impfen. Obwohl diese Strategie gut umgesetzt wurde, haben dennoch rund 30 % der Jugendlichen die Impfung verpasst.

Erst seit 2019 wird empfohlen, alle Babys im Alter von 2, 4 und 12 Monaten zu impfen. Personen, die früher geboren wurden, haben diese Impfung in der Regel nicht als Säuglinge erhalten. Deshalb sind einige Jugendliche und Erwachsene noch ungeimpft – nicht aus Ablehnung, sondern weil die Impfung früher anders organisiert war.

Die Hepatitis-B-Impfung wird daher weiterhin ungeimpften Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren empfohlen.  

Zusätzlich wird sie altersunabhängig allen Personen mit einem erhöhten Ansteckungs- oder Komplikationsrisiko empfohlen.

Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten.

Ich habe eine chronische Hepatitis B und bin schwanger. Was sollte ich tun, um mein Baby zu schützen?  open

Wenn Sie an einer chronischen Hepatitis B Infektion leiden und schwanger sind, können Sie viel tun, um Ihr Baby vor einer Infektion zu schützen. Das Virus kann bei der Geburt übertragen werden. Ohne Schutzmassnahmen entwickeln etwa 9 von 10 Neugeborenen eine chronische Hepatitis-B-Infektion. Werden Ihrem Baby jedoch innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt sowohl der Hepatitis-B-Impfstoff als auch Hepatitis-B-Antikörper verabreicht, verringert sich das Risiko um rund 95 %.  

Zusätzlich braucht Ihr Kind Impfdosen im Alter von 1 und 6 Monaten. Ein Antikörpertest im Alter von 9 bis 15 Monaten zeigt, ob der Impfschutz aufgebaut wurde.  

Besprechen Sie den Ablauf frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – zum Beispiel im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft. Stellen Sie sicher, dass Ihre Geburtsklinik Impfstoff und Antikörper bereitstellen kann.

Ich habe eine chronische Hepatitis B. Sollte ich mich impfen lassen?open

Nein. Der Hepatitis-B-Impfstoff schützt nur vor einer Ansteckung.  Wenn Sie bereits chronisch infiziert sind oder eine Infektion durchgemacht haben, ist die Impfung nicht mehr wirksam, aber auch nicht schädlich. Enge Kontaktpersonen, Sexualpartner und Familienmitglieder sollten sich jedoch testen und impfen lassen, wenn sie nicht geschützt sind.

Meine Hepatitis-B-Impfung liegt lange zurück - bin ich noch geschützt?open

Nach Abschluss der Hepatitis-B-Impfserie sind Sie in der Regel langfristig, möglicherweise sogar lebenslang geschützt. Obwohl die Antikörper in Ihrem Blut mit der Zeit abnehmen können, bleibt der Immunschutz in der Regel bestehen. Ihr Immunsystem hat ein „Gedächtnis“ gegen das Hepatitis-B-Virus entwickelt. Die Überprüfung der Antikörperwerte und mögliche Auffrischimpfungen werden nur für bestimmte Risikogruppen empfohlen. Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, sollte Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihre Antikörper überprüfen und Ihnen gegebenenfalls eine Auffrischimpfung empfehlen.

Was soll ich tun, wenn ich meine zweite oder dritte Hepatitis-B-Impfdosis versäumt habe?open

Sie müssen die Impfserie nicht von vorne beginnen. Holen Sie die versäumte Dosis einfach so bald wie möglich nach. Wenn Sie die zweite Dosis verpasst haben, holen Sie sie nach und warten dann mindestens vier Monate bis zur dritten. Verspätete Dosen verringern die Schutzwirkung nicht. Wichtig ist nur, dass Sie alle Dosen erhalten. Sprechen Sie mit einer medizinischen Fachperson über das weitere Vorgehen.

Kann ich mir durch den Hepatitis-B-Impfstoff das Virus einfangen?open

Nein. Der Impfstoff enthält kein lebendes Virus und keine Blutprodukte. Er wird im Labor hergestellt, auf Basis von Hefe. Eine Ansteckung durch die Impfung ist nicht möglich. Die Impfung gilt als sehr sicher und wird seit Jahrzehnten weltweit verwendet. Häufige Nebenwirkungen sind mild, etwa Rötung oder Schmerzen an der Einstichstelle. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Die Impfung ist der beste Schutz vor einer Infektion mit Hepatitis B.

Ist es sicher, sich während der Schwangerschaft gegen Hepatitis B impfen zu lassen?open

Ja, der Hepatitis-B-Impfstoff ist während der Schwangerschaft sicher. Auch wenn die Mutter während der Schwangerschaft geimpft wird, braucht das Baby nach der Geburt eine eigene Impfung. Der Impfschutz der Mutter geht nicht auf das Kind über. Alle Neugeborenen sollten bei der Geburt den Hepatitis-B-Impfstoff erhalten, wenn die Mutter infiziert ist. Dies ist besonders wichtig für Babys von Müttern mit chronischer Hepatitis B. Die Impfung ist der beste Weg, um eine Infektion zu verhindern.

Kann die Hepatitis-B-Impfung gleichzeitig mit anderen Impfstoffen verabreicht werden? open

Ja, die Impfung kann als Teil eines Kombinationsimpfstoffs zusammen mit den Impfungen gegen Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae Typ b in einer einzigen Spritze verabreicht werden. Das ist im Säuglingsalter üblich und wird routinemässig empfohlen. So braucht es nur eine Spritze – das ist für Babys angenehmer.