Keuchhusten

Keuchhusten (Pertussis) ist eine ansteckende Krankheit der Atemwege, die durch Bakterien ausgelöst wird. Bei Säuglingen kann die Krankheit zu schweren Atemproblemen und Komplikationen führen. Die Impfung wird allen Schwangeren sowie allen Säuglingen ab dem Alter von 2 Monaten empfohlen.

Kurz und knapp: Die Impfung gegen Keuchhusten

Empfohlen für

  • alle Kinder ab 2 Monaten (als Basisimpfung)  
  • alle Jugendlichen (als Basisimpfung)
  • alle Erwachsenen (als Basisimpfung)
  • alle schwangeren Frauen in jeder Schwangerschaft (zum indirekten Schutz des Neugeborenen)
  • Personen mit engem Kontakt zu Säuglingen unter 6 Monaten (zum indirekten Schutz des Neugeborenen)

Impfschema

  • für Kinder: drei Impfdosen, je eine im Alter von 2, 4 und 12 Monaten dann eine Auffrischimpfung im Alter von 4 bis 7 Jahren
  • für Jugendliche: eine Auffrischimpfung im Alter von 11 bis 15 Jahren
  • für Erwachsene: eine Auffrischimpfung im Alter von 25 bis 29 Jahren
  • Nachholimpfungen sind empfohlen bis zum Alter von 15 Jahren
  • Schwangerschaft: eine Impfdosis in jeder Schwangerschaft idealerweise im 2. Trimester
  • Personen mit engem Kontakt zu Säuglingen unter 6 Monaten: eine Impfdosis, wenn die letzte Impfung 10 Jahre oder länger zurückliegt

Warum ist die Impfung gegen Keuchhusten sinnvoll?

Das Keuchhusten-Bakterium bildet ein Toxin (Giftstoff), das die typischen Hustenanfälle auslöst. Besonders für Säuglinge kann die Erkrankung lebensbedrohlich sein. Antibiotika wirken nur begrenzt, da sie zwar die Bakterien bekämpfen, aber nicht die Wirkung des bereits gebildeten Toxins aufheben können. Die Impfung bietet den zuverlässigsten Schutz.

Schwere Komplikationen bei Säuglingen vermeiden
Bei jungen Säuglingen können Atempausen und Atemstillstände auftreten. Weitere mögliche Komplikationen sind Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Krampfanfälle und Hirnerkrankungen mit bleibenden Schäden. Je jünger der Säugling, desto höher ist das Risiko.
Neugeborene durch die Impfung in der Schwangerschaft schützen
Säuglinge können erst ab dem Alter von zwei Monaten selbst geimpft werden. Durch die Impfung der Mutter während der Schwangerschaft werden schützende Antikörper vor der Geburt auf das Kind übertragen und bieten in den ersten Lebenswochen einen wirksamen Schutz.
Säuglinge rechtzeitig impfen
Der Schutz durch mütterliche Antikörper nimmt in den ersten Lebensmonaten rasch ab. Die Impfung des Säuglings im Alter von 2 und 4 Monaten schützt im ersten Lebensjahr und darüber hinaus vor der Erkrankung. 
Säuglinge durch geimpfte Kontaktpersonen schützen
Säuglinge unter 6 Monaten stecken sich häufig bei Personen an, zu denen sie regelmässig Kontakt haben, etwa Eltern, Geschwister, Grosseltern oder Betreuungspersonen. Die Impfung dieser Personen trägt dazu bei, das Übertragungsrisiko zu senken.
Mit Auffrischimpfungen den Schutz erhalten
Auffrischimpfungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen reduzieren Erkrankungen und verringern die Weiterverbreitung der Bakterien. Da Keuchhusten mehrmals im Leben auftreten kann, sind die empfohlenen Auffrischimpfungen wichtig.

Impfkalender für Keuchhusten

Die Keuchhusten-Impfung wird mit einem Kombinationsimpfstoff verabreicht, der zum Beispiel auch gegen Diphtherie und Starrkrampf schützt.  

Im Säuglingsalter wird in der Regel ein Sechsfach-Impfstoff in einer einzigen Spritze verabreicht, der zusätzlich vor Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B schützt.

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

Keuchhusten

Pertussis

Diphtherie

2)

Starrkrampf

Tetanus

Kinderlähmung

Poliomyelitis

Haemophilus influenzae Typ b

Hib

Hepatitis B

1)

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Mit der vollständigen Keuchhustenimpfung besteht ein zuverlässiger Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Besonders Säuglinge profitieren indirekt vom Schutz ihrer Umgebung. In der Schweiz wird die Impfung als Kombinationsimpfung verabreicht. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meist mild und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Die Impfung verhindert schwere Keuchhusten-Verläufe bei Säuglingen und reduziert das Erkrankungsrisiko in allen Altersgruppen. Da der Schutz mit der Zeit abnimmt, sind Auffrischimpfungen wichtig.

Schutz in den ersten Lebensmonaten

Neugeborene sind besonders gefährdet. Die Impfung in der Schwangerschaft überträgt schützende Antikörper auf das Kind. Zusätzlich schützt die frühe Impfung im Säuglingsalter vor schweren Komplikationen. Auch geimpfte Personen, die engen Kontakt zum Säugling haben, tragen dazu bei, das Kind zu schützen.

Weniger schwere Erkrankungen im Kindes- und Erwachsenenalter

Auffrischimpfungen verringern die Zahl der Erkrankungen und reduzieren die Weiterverbreitung. Dadurch sinkt das Infektionsrisiko für junge Säuglinge.

Schutz durch geimpfte Personen im Umfeld

Wenn enge Kontaktpersonen geimpft sind, wird die Ansteckungsgefahr für Säuglinge deutlich reduziert. Das betrifft vor allem Familienmitglieder und Betreuungspersonen.

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Keuchhusten-Impfstoffe werden seit Jahrzehnten eingesetzt und gelten als sicher. Häufige Nebenwirkungen sind normale Impfreaktionen. Sie zeigen, dass das Immunsystem reagiert. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Häufige Nebenwirkungen

Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber innerhalb von 24 Stunden
Das Kind kann vorübergehend unruhig sein

Seltene Nebenwirkungen

Fieberkrampf (in der Regel harmlos, ohne bleibende Folgen)

Sehr seltene Nebenwirkungen

Es kann bei einzelnen Personen direkt nach einer Impfung zu einer schweren allergischen Reaktion kommen

Impfstoff

Den Keuchhusten-Impfstoff gibt es nur als Kombinationsimpfstoff, zum Beispiel zusammen mit den Impfstoffen gegen Diphtherie und Starrkrampf. Im Säuglingsalter wird in der Regel ein Sechsfach-Impfstoff verwendet, der zusätzlich vor Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B schützt.

Der Keuchhusten-Impfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff
Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine vermehrungsfähigen Erreger enthalten. Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff wirkt. 

Fragen und Antworten

Warum wird die Keuchhustenimpfung in jeder Schwangerschaft empfohlen?open

Die Impfung der Mutter während der Schwangerschaft schützt das Neugeborene, bis es selbst geimpft werden kann. Dabei werden mütterliche Antikörper über die Plazenta auf das Kind übertragen und bieten ihm einen sogenannten Nestschutz. Dieser Schutz ist besonders wichtig, weil Keuchhusten in den ersten Lebensmonaten lebensbedrohlich verlaufen kann.

Damit ausreichend schützende Antikörper übertragen werden, ist eine Impfung in jeder Schwangerschaft notwendig – unabhängig davon, wann die letzte Impfung oder Erkrankung stattgefunden hat. Nur eine erneute Impfung erhöht die Antikörper bei der Mutter, sodass sie ans Kind weitergegeben werden können. So wird es in den ersten Lebenswochen wirksam geschützt (vgl. Kinderwunsch und Schwangerschaft).

Warum ist die Keuchhustenimpfung für Säuglinge besonders wichtig?open

Keuchhusten kommt weltweit vor und zirkuliert auch in der Schweiz. Säuglinge können sich anstecken und haben das höchste Risiko für schwere Komplikationen. Dazu gehören Atempausen, Lungenentzündungen, Krampfanfälle und Hirnschäden. Neugeborene sind noch zu jung für eine eigene Impfung. In den ersten Lebenswochen werden sie durch Antikörper geschützt, die sie durch die Impfung der Mutter in der Schwangerschaft erhalten haben. Für den weiteren Schutz ist es wichtig, dass im Alter von 2 Monaten mit der Impfung begonnen wird. 

Wie lange schützt die Impfung gegen Keuchhusten?open

In den ersten Jahren nach der Impfung ist der Schutz gut, nimmt jedoch mit der Zeit ab. Deshalb sind im Jugend- und Erwachsenenalter Auffrischimpfungen notwendig. Sie reduzieren das eigene Erkrankungsrisiko und schützen indirekt junge Säuglinge, die besonders gefährdet sind. Auch nach einer durchgemachten Erkrankung besteht kein lebenslanger Schutz. Man kann in jedem Alter und auch mehrmals erkranken. 

Wie oft brauche ich Auffrischimpfungen gegen Keuchhusten?open

Nach den Impfungen im Kindesalter wird eine Auffrischimpfung im Jugendalter und einmal im jungen Erwachsenenalter empfohlen. Weitere Impfungen können bei regelmässigem beruflichem oder privatem Kontakt zu Säuglingen unter 6 Monaten sinnvoll sein. Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten.

Warum sollten Personen mit regelmässigem Kontakt zu Säuglingen geimpft sein?open

Personen mit regelmässigem Kontakt zu Säuglingen unter 6 Monaten, wie Eltern, Geschwister, Grosseltern oder Betreuungspersonen, können Keuchhusten übertragen. Viele Jugendliche und Erwachsene bemerken die Erkrankung kaum oder halten sie für einen gewöhnlichen Husten – können aber trotzdem ansteckend sein. Deshalb wird eine Impfung empfohlen, wenn die letzte Dosis zehn Jahre oder länger zurückliegt. Diese Strategie nennt man Kokon-Schutz: Das Umfeld schützt das Kind.

Kann ich die Keuchhustenimpfung nachholen, wenn ich ungeimpft bin?open

Ja. Ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Personen sollten die Impfung nachholen – unabhängig vom Alter. Eine Gesundheitsfachperson kann einen individuellen Impfplan erstellen. Auch verspätete Impfdosen sind wirksam. Die Impfserie muss nicht neu begonnen werden.

Was tun, wenn ich nicht weiss, ob ich gegen Keuchhusten geimpft bin?open

Überprüfen Sie Ihren Impfausweis. Die Keuchhustenimpfung ist meist Teil einer Kombinationsimpfung und als DTPa oder dTpa vermerkt. Ist kein Nachweis vorhanden oder der Impfstatus unklar, wird empfohlen, die Impfung nachzuholen. Zusätzliche Impfdosen sind unbedenklich. Eine Gesundheitsfachperson kann Ihren Impfstatus überprüfen und einen individuellen Impfplan erstellen. 

Kann ich trotz Impfung an Keuchhusten erkranken?open

Ja, aber geimpfte Personen erkranken meist milder und seltener schwer. Die Impfung schützt besonders gut vor gefährlichen Komplikationen bei Säuglingen und reduziert die Verbreitung in der Bevölkerung.

Wer trägt die Kosten für die Keuchhusten-Impfung?open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen