Meningokokken

Meningokokken-Bakterien kommen im Rachen einiger Menschen vor. In seltenen Fällen können sie gefährliche Krankheiten, wie Hirnhautentzündung und Blutvergiftung auslösen. Schützende Impfungen werden vor allem für Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie für Menschen mit einem erhöhten Risiko empfohlen.

Kurz und knapp: Die Impfungen gegen Meningokokken

Empfohlen für

  • alle Säuglinge/Kleinkinder im Alter von 3 bis 18 Monaten (als ergänzende Impfung)
  • alle Kinder/Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren (als ergänzende Impfung) 
  • Personen jeden Alters mit einem erhöhten Risiko für eine schwere Meningokokken-Erkrankung oder in Umfeldern mit hohem Ansteckungsrisiko (als Impfung für Risikogruppen/Risikosituationen) 

Impfschema

Es gibt zwei Impfungen, die gegen verschiedene Meningokokken-Gruppen schützen, nämlich Gruppe B und Gruppen A, C, W, Y. 

Gruppe B

  • drei Impfdosen, je eine im Alter von 3, 5 und 12 bis 18 Monaten
  • zwei Impfdosen im Alter von 11 bis 15 Jahren

Gruppen A, C, W, Y

  • je nach Impfstoff eine oder zwei Impfdosen im Alter von 12 bis 18 Monaten
  • eine Impfdosis im Alter von 11 bis 15 Jahren

Für Risikogruppen/Risikosituationen gibt es je nach Alter angepasste Impfschemata - lassen Sie sich von einer medizinischen Fachperson beraten.

Bei fortbestehendem Risiko Auffrischimpfungen alle fünf Jahre.

Warum sind Meningokokken-Impfungen sinnvoll?

Etwa eine von zehn Personen hat Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum, ohne dadurch krank zu werden. In seltenen Fällen können die Bakterien invasive Meningokokken-Erkrankungen (IME) wie Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung verursachen, was zu schweren Folgeschäden und dem Tod führen kann.

Wirksamer Schutz für Kinder und Jugendliche
Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet durch IME. Um sie vor Infektionen mit möglichen schweren Folgeschäden zu schützen, wird die Impfung im Säuglings-/Kleinkindalter und nochmals im Kinder-/Jugendalter empfohlen.
Persönlicher Schutz
Die Ansteckung mit Meningokokken ist durch Erkrankte und durch gesunde Menschen möglich, die den Erreger mit sich tragen. Auch geimpfte Personen können Träger von Meningokokken-Bakterien sein. Die Impfung bietet einen persönlichen Schutz.
Verhinderung von Todesfällen
Es sterben etwa 7 von 100 Personen, die an einer IME erkranken. Die Impfung bietet einen wirksamen Schutz.
Verhinderung von langfristigen Folgeerkrankungen
Jede fünfte bis zehnte Person, die eine IME überlebt, kann dauerhaft geschädigt bleiben: zum Beispiel durch den Verlust von Armen/Beinen, Lähmungen oder geistige Beeinträchtigungen.
Schutz für Risikogruppen/Risikosituationen
Meningokokken-Impfungen sind auch vor bestimmten Reisen empfohlen, zum Beispiel in afrikanische Länder südlich der Sahara oder nach Saudi-Arabien. Ebenso für Menschen mit bestimmten Arbeitsorten wie Laboratorien sowie für enge Kontaktpersonen von IME-Erkrankten. Lassen Sie sich von einer medizinischen Fachperson beraten. 

Impfkalender für Meningokokken

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

Meningokokken

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Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Die Impfungen schützen vor den Meningokokken-Gruppen, die am häufigsten invasive Meningokokken-Erkrankungen (IME) verursachen. Eine IME ist selten, kann aber sehr schwer verlaufen. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meistens schwach und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Alle zugelassenen Impfstoffe sind gründlich geprüft und bewährt. Damit mögliche Nebenwirkungen wie Fieber nicht vermehrt auftreten, werden für die ersten beiden Impfungen im Säuglingsalter separate Termine für die Meningokokken-Impfungen empfohlen. 

Weniger invasive Meningokokken-Erkrankungen 

Die Impfungen bieten direkten Schutz vor durch Meningokokken verursachter, bakterieller Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung.

Prävention von Folgeschäden 

Von 100 Personen mit einer IME erleiden etwa 10 bis 20 schwere Folgeschäden.

Verhinderung von Todesfällen

Es sterben etwa 7 von 100 Personen mit einer IME.

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Die Impfung wird gut vertragen. Nebenwirkungen sind meist mild bis moderat und dauern wenige Tage. Hohes Fieber betrifft vor allem Säuglinge (vgl. FAQ 06) . 

Häufige Nebenwirkungen zählen auch als normale Impfreaktionen – sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Sehr häufig 

bei mehr als 1 von 10 Personen

  • Schmerzen, Rötung, Verhärtung und Schwellung an der Einstichstelle
  • Fieber (insbesondere bei Säuglingen, vgl. FAQ 06)
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Müdigkeit, Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Reizbarkeit, Unwohlsein, Weinen, Appetitlosigkeit
  • Ausschlag

 Vgl. Impfreaktionen

Häufig 

bei 1 bis 10 von 100 Personen

  • Juckreiz um die Einstichstelle
  • Schüttelfrost

 Vgl. Impfreaktionen

Gelegentlich

bei 1 bis 10 von 1’000 Personen
 

  • Schwindel
  • Schlaflosigkeit
  • Ekzem
  • Fieberkrampf

Selten

bei 1 bis 10 von 10’000 Personen
 

Beispiele für seltene Nebenwirkungen:

  • geschwollene Lymphknoten
  • Krampfanfälle
  • Hautreaktionen
  • Kawasaki-Syndrom (seltene entzündliche Erkrankung bei Kindern)

Sehr selten

bei weniger als 1 von 10'000 Personen
 

  • schwere allergische Reaktion

Häufigkeit nicht bekannt

Diese Nebenwirkungen wurden nach der Markteinführung gemeldet. Wie häufig sie auftreten, ist nicht bekannt.

• Augenschwellung
• Reizung der Hirnhäute
• Schwellung des geimpften Arms/Beins

 

Bei Fragen zu Nebenwirkungen können Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker wenden.

Die aufgeführten Nebenwirkungen stammen aus den von Swissmedic veröffentlichten Packungsbeilagen und Fachinformationen der verschiedenen Impfstoffe.
Weitere Informationen finden Sie hier: Meningokokken-Impfstoffe

 

Impfstoff

Es gibt Vierfach-Impfstoffe zum Schutz vor den Meningokokken-Gruppen A, C, W, Y sowie einen Impfstoff gegen die Gruppe B.

Meningokokken-Impfstoffe sind sogenannte Totimpfstoffe
 
Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine lebenden Erreger enthalten. Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff wirkt.

Fragen und Antworten

Wie werden Meningokokken übertragen? open

Für eine Ansteckung braucht es einen engen Kontakt zu einer gesunden Trägerin bzw. einem gesunden Träger oder zu einer erkrankten Person. Die Übertragung erfolgt bei engem Kontakt vor allem durch Tröpfcheninfektion, zum Beispiel bei direktem Anhusten, beim Küssen usw.  

Zur Verhinderung einer Erkrankung von Personen, die einen solchen engen Kontakt hatten, kann ein Arzt oder eine Ärztin nachträglich eine Antibiotikaprophylaxe verschreiben und/oder eine Impfung durchführen.

Wie kann sich in seltenen Fällen eine schwere, das heisst invasive Meningokokken-Erkrankung (IME) entwickeln?open

In seltenen Fällen können die Bakterien durch die Schleimhaut in die Blutbahn oder andere Organe eindringen, also invasiv werden.  Sie können dann eine Blutvergiftung verursachen und/oder sich in verschiedenen Organen verbreiten. Es kann so zu schweren Erkrankungen wie einer eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis) oder einem Kreislaufschock mit Organversagen kommen. 

Durch Meningokokken verursachte Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen können innerhalb weniger Stunden ein lebensbedrohliches Ausmass annehmen. Eine rasche Spitaleinweisung und eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika sind von entscheidender Bedeutung.  

Etwa eine von vier Personen mit schwerer Meningokokken-Erkrankung stirbt oder bleibt durch Lähmungen, Gehörverlust oder Verlust von Gliedmassen lebenslang behindert.

Gibt es Personen, die eher für IME anfällig sind? open

IME treten nach Alter gehäuft auf, besonders bei Säuglingen, Kleinkindern und bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren. Daneben gibt es Personen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Meningokokken-Erkrankungen haben, zum Beispiel aufgrund von bestimmten Störungen des Immunsystems oder spezifischen Tätigkeiten (wie zum Beispiel Personal von Laboratorien, das mit Meningokokken arbeitet, Rekruten/Rekrutinnen, Reisende in gewisse Risikogebiete, Personen mit engem Kontakt zu Erkrankten). 

Welche Symptome deuten auf eine IME hin? open

Die häufigsten Symptome einer IME umfassen: Symptome einer Hirnhautentzündung - wie Fieber und Kopfschmerzen. Dazu kommen auch Nackensteifheit, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit - und Hautausschlag, oft in Form von Petechien (kleine, punktförmige Hautblutungen)​​. Es können aber auch untypische Symptome auftreten wie Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Bauchschmerzen, Durchfall) und allgemeine Krankheitszeichen wie Muskelschmerzen oder ein allgemeines Unwohlsein.

Wie lange schützt die Impfung? open

Der Impfschutz der Meningokokken-Impfungen hält etwa fünf Jahre an. Deshalb werden auch für Jugendliche, die als Säugling/Kleinkind geimpft wurden, die beiden Impfungen gegen Meningokokken B und Meningokokken A, C, W, Y erneut empfohlen. Bei der Impfung für Risikogruppen/Risikosituationen wird alle fünf Jahre eine Auffrischimpfung empfohlen, falls das Risiko weiterhin oder erneut besteht.

Wie kann man bei Säuglingen das Auftreten von Fieber nach der Impfung gegen Meningokokken B reduzieren?open

Damit mögliche Impfreaktionen wie Fieber nicht vermehrt auftreten, werden für die ersten beiden Impfungen gegen Meningokokken B (im Alter von 3 und 5 Monaten) möglichst separate Impftermine empfohlen. 

Wenn der Impfstoff gegen Meningokokken B gleichzeitig mit anderen Impfstoffen verabreicht wird, kommt es bei Säuglingen häufig zu Fieber. Dies kann bei Bedarf durch die Gabe eines fiebersenkenden Mittels (Paracetamol) vermindert werden, ohne dass die Wirksamkeit der Impfung dadurch beeinträchtigt wird.

Gilt die Impfempfehlung auch für Jugendliche, die bereits als Säuglinge/Kleinkinder gegen Meningokokken geimpft wurden? open

Ja. Auch wenn Kinder bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter gegen Meningokokken B und Meningokokken A, C, W, Y geimpft wurden, sind die Impfungen im Jugendalter erneut empfohlen. Der Schutz aus den frühen Jahren lässt mit der Zeit nach, und gerade Jugendliche haben wieder ein erhöhtes Risiko für eine invasive Meningokokken-Erkrankung (IME). Die zusätzlichen Impfungen stellen sicher, dass der wichtige Schutz in dieser Lebensphase bestehen bleibt. 

Warum sollen sich Rekruten und Rekrutinnen gegen Meningokokken impfen lassen? open

Meningokokken-Erkrankungen treten gehäuft im Zusammenhang mit grösseren Menschenansammlungen in begrenzten Räumen auf. In Kasernen, wo viele Menschen eng zusammenleben, besteht die Möglichkeit für die Übertragung und Ausbreitung von Meningokokken-Bakterien. Deshalb wir die Impfung für Rekrutinnen und Rekruten empfohlen. Sie wird oft direkt in der Rekrutenschule angeboten.

Wer trägt die Kosten für die Meningokokken-Impfung?  open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen.