Pneumokokken

Pneumokokken sind Bakterien, welche in der Nase und im Rachen vorkommen. Sie können gefährliche Erkrankungen wie Blutvergiftung, Lungen- und Hirnhautentzündung verursachen. Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen sind besonders betroffen. Sie können sich mit der Impfung schützen.

Kurz und knapp: Die Impfung gegen Pneumokokken

Empfohlen für

  • alle Säuglinge (als Basisimpfung) 
  • alle Erwachsene ab dem Alter von 65 Jahren (als ergänzende Impfung) 
  • Personen jeden Alters mit einem erhöhten Risiko für eine schwere Pneumokokken-Erkrankung (als Impfung für Risikogruppen/Risikosituationen) 

Impfschema

Säuglinge

  • drei Impfdosen, je eine Dosis im Alter von 2, 4 und 12 Monaten
  • frühgeborene Säuglinge erhalten eine zusätzliche Impfdosis im ersten Lebensjahr

Personen ab 65 Jahren 

  • eine einmalige Impfdosis

Risikogruppen/Risikosituationen

  • je nach Alter oder Situation, lassen Sie sich von einer medizinischen Fachperson beraten

Keine regelmässigen Auffrischimpfungen empfohlen.

Warum ist die Pneumokokken-Impfung sinnvoll? 

Pneumokokken gehören zu den häufigsten Erregern von schweren Infektionskrankheiten. Werden Antibiotika zu spät gegeben, kann es zu dauerhaften Schäden kommen. In seltenen Fällen kann die Krankheit tödlich enden. 

Früher Schutz für Säuglinge bis ins Kleinkindalter
Kinder unter 5 Jahren werden häufiger durch Pneumokokken krank als ältere Kinder. Besonders Säuglinge können schwer erkranken. Deshalb wird ab dem Alter von 2 Monaten geimpft.
Geimpfte Kinder schützen andere (Gemeinschaftsschutz)
Wenn Kinder geimpft sind, stecken sie andere Menschen nicht so leicht an. Zum Beispiel werden Grosseltern von geimpften Kindern seltener durch Pneumokokken-Typen krank, gegen die geimpft wird.
Gezielter Schutz für Personen ab 65 Jahren
Pneumokokken verursachen bei Menschen ab 65 Jahren durch das höhere Alter häufiger milde wie auch lebensbedrohliche Erkrankungen als bei jüngeren Erwachsenen. Daher wird die Impfung allen Personen ab 65 Jahren empfohlen.
Schutz für Risikogruppen jeden Alters
Frühgeborene Säuglinge oder Menschen mit bestimmten Krankheiten erkranken häufiger schwer an Pneumokokken als gesunde Menschen im gleichen Alter. Deshalb wird die Impfung für gefährdete Personen in jedem Alter empfohlen. Eine Fachperson wird Sie darauf ansprechen.
Antibiotikaverbrauch wird gesenkt
Die Impfung gegen Pneumokokken hilft, seltener an einer bakteriellen Infektion zu erkranken. Dadurch braucht man weniger Antibiotika. So entsteht seltener das Problem, dass Bakterien nicht mehr auf Antibiotika reagieren (Antibiotikaresistenz).

Impfkalender für Pneumokokken

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

Pneumokokken

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Die Impfung schützt vor den Pneumokokken-Typen, die häufig schwere Krankheiten auslösen. Sie wird Kindern seit 20 Jahren empfohlen und gilt als sicher. Für Säuglinge wurden die Impfstoffe so entwickelt, dass sie optimal wirken. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meistens schwach und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Die Impfung schützt wirksam vor seltenen, aber schweren Pneumokokken-Infektionen – das Erkrankungsrisiko sinkt um mindestens 75 %. Die Impfung kann auch häufige, weniger schwere Infektionen verhindern – das Risiko sinkt um bis zu 50 %.

Weniger Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen

Vor 20 Jahren erkrankten jährlich etwa 70 Kinder unter fünf Jahren schwer, davon starben etwa 4 – heute kann die Impfung rund 75 % dieser Fälle verhindern.
Ältere Erwachsene erkranken am häufigsten schwer (500 Fälle pro Jahr, davon 60 Sterbefälle). Die Impfung wird seit 2024 auch für alle ab 65 Jahren empfohlen und kann sie ähnlich gut schützen.

Weniger Lungenentzündungen durch Pneumokokken

Die Impfung konnte Lungenentzündungen bei Kindern stark reduzieren; früher gab es ca. 1’500 Fälle pro Jahr.  
Ältere Erwachsene sind noch häufiger betroffen: Jährlich werden etwa 8’500 Personen im Spital behandelt, rund 340 sterben. Die neu empfohlene Impfung kann viele dieser Erkrankungen verhindern.

Schutz vor bleibenden Schäden

Von 100 an einer Pneumokokken-Hirnhautentzündung erkrankten Kindern unter fünf Jahren erleiden bis zu 30 einen Hörschaden und bis zu 40 Schäden am Nervensystem.  
Von 100 erkrankten Erwachsenen ab 65 Jahren behalten 50 bleibende Schäden.

Weniger schmerzhafte Mittelohrentzündungen

Ohne Impfung würden in der Schweiz jedes Jahr etwa 27’000 Kinder unter fünf Jahren eine Mittelohrentzündung durch Pneumokokken bekommen. Die Impfung senkt das Erkrankungsrisiko um rund die Hälfte

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Die Impfstoffe werden seit 20 Jahren eingesetzt und gelten als sicher. Häufige Nebenwirkungen zählen als normale Impfreaktionen – sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Häufige Nebenwirkungen

  • örtliche Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Schwellung, Rötung
  • Kinder: leichtes Fieber bei 1 bis 2 Kindern von 10, Fieber über 39°C bei 1 bis 3 Kindern von 100, verminderter Appetit, Reizbarkeit
  • ältere Kinder und Erwachsene: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit 

Seltene Nebenwirkungen

Erwachsene: leichtes Fieber, Schüttelfrost

Sehr seltene Nebenwirkungen

Schwere allergische Reaktion

Impfstoff

Es gibt verschiedene Pneumokokken-Impfstoffe, die vor mehreren krankmachenden Pneumokokken-Typen gleichzeitig schützen.  

Pneumokokken-Impfstoffe sind sogenannte Totimpfstoffe.  

Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine lebenden Erreger enthalten. Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff wirkt.

Fragen und Antworten

Sind die Impfstoffe sicher?open

In der Schweiz sind mehrere Impfstoffe gegen Pneumokokken zugelassen, die strenge Zulassungskriterien erfüllen mussten und sich für Kinder oder Erwachsene als sicher bewiesen haben.

Der Nutzen aller zugelassenen Impfstoffe übersteigt klar das Risiko möglicher Nebenwirkungen. So auch bei den Impfstoffen gegen Pneumokokken. Diese Art von Impfstoffen wird weltweit wie in der Schweiz seit über 20 Jahren bei Kindern und seit 10 Jahren bei Erwachsenen eingesetzt.

Können andere Impfungen gleichzeitig gegeben werden?open

Ja, die Impfung gegen Pneumokokken kann mit anderen Impfungen gegeben werden, welche zur gleichen Zeit für Kinder oder Erwachsene empfohlen sind.

Braucht mein ungeimpftes oder unvollständig geimpftes Kind eine Nachholimpfung gegen Pneumokokken?open

Ja, wenn es jünger als fünf Jahre alt ist. Die notwendige Anzahl Impfdosen hängt vom Alter bei Impfbeginn ab.

Wieso wird keine (weitere) Impfung für gesunde Personen im Alter von 5-64 Jahren empfohlen?open

Pneumokokken verursachen bei gesunden Personen im Alter von 5 bis 64 Jahren im Falle einer Infektion meist milde und nur sehr selten schwere Erkrankungen.

Brauchen Personen im Alter von 65 Jahren oder älter eine Nachholimpfung gegen Pneumokokken?open

Ja, wenn sie im Alter von 65 Jahren oder älter noch gar nicht gegen Pneumokokken geimpft wurden oder nur mit den nicht mehr empfohlenen Impfstoffen Pneumovax® oder Prevenar13®. 

Brauchen Personen im Alter von 65 Jahren oder älter regelmässige Auffrischimpfungen gegen Pneumokokken?open

Nein. Es ist noch unbekannt, wie lang der Impfschutz nach der Impfung von Personen ab Alter 65 Jahren anhält.

Warum kann man trotz Impfung an Pneumokokken erkranken? open

Es gibt über 100 verschiedene Typen von Pneumokokken-Bakterien. Die Impfung schützt vor den Typen, die am häufigsten schwere Krankheiten verursachen. Deshalb wirkt sie nicht gegen alle Pneumokokken. Zusätzlich gibt es keine Impfung, die zu 100 % schützt. 

Wer trägt die Kosten für die Pneumokokken-Impfung?  open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen.