Tollwut

Tollwut ist eine Viruserkrankung, die nach Ausbruch der Symptome nahezu immer tödlich verläuft. Sie wird meist durch Bisse oder Kratzer infizierter Tiere übertragen. In der Schweiz gibt es keine Tollwut bei landlebenden Tieren; Fledermäuse können das Virus weiterhin tragen. Die Impfung wird für Risikogruppen empfohlen.

Impfung für Risikogruppen/-situationen

Diese Impfung gehört nicht zu den generell empfohlenen Impfungen. 
Sie ist für Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko vorgesehen.

Kurz und knapp: Die Impfung gegen Tollwut

Empfohlen für

Personen aller Altersgruppen, die mit dem Tollwutvirus in Kontakt kommen könnten

  • Personen mit beruflichem oder persönlichem Risiko, zum Beispiel Tierärzte/Tierärztinnen, Höhlen- oder Fledermausforschende, Laborpersonal, Tierhändler/-innen.
  • Reisende in Gebiete mit terrestrischer Tollwut (vgl. FAQ), besonders bei längeren Aufenthalten, Reisen in abgelegene Regionen oder bei häufigem Kontakt zu Tieren.

Personen, die möglicherweise Kontakt mit dem Tollwutvirus hatten, zum Beispiel durch einen Tierbiss in einem Land, in dem Tollwut vorkommt.

Impfschema

Vor möglichem Kontakt

  • zwei Impfdosen im Abstand von 28 Tagen (Mindestabstand sieben Tage), die erste Dosis idealerweise mindestens einen Monat vor einem möglichen Kontakt
  • bei weiterbestehendem Risiko wird nach 12 Monaten eine Auffrischimpfung empfohlen

Nach möglichem Kontakt

  • je nach Impfstatus sind zwei bis vier Impfdosen erforderlich 
  • bei Bedarf wird zusätzlich eine passive Immunisierung mit Antikörpern durchgeführt

Warum ist die Tollwut­impfung sinnvoll?

Tollwut verläuft nach Auftreten der Symptome nahezu immer tödlich. Die Impfung kann nach einem möglichen Kontakt mit dem Tollwutvirus – etwa durch Bisse, Kratzer oder Speichelkontakt infizierter Tiere – das Leben retten.

Tollwut ist tödlich, sobald Symptome auftreten
Es gibt keine wirksame Behandlung gegen Tollwut. Die Erkrankung verläuft nach Auftreten der Symptome nahezu immer tödlich. 
Wirksamer Schutz nach möglicher Ansteckung
Die Tollwutimpfung verhindert die Entwicklung der Erkrankung nach einem möglichen oder bestätigten Kontakt mit dem Tollwutvirus. Je nach Impfstatus ist zusätzlich die Gabe von Tollwut-Antikörpern (Immunglobulinen) erforderlich. 
Wichtige Prävention für Risikogruppen
Personen mit beruflichem Tierkontakt, etwa Tierärztinnen und Tierärzte oder Fledermausforschende, haben ein erhöhtes Risiko und profitieren von der vorbeugenden Impfung.
Schutz bei Reisen in Gebiete mit Tollwut
Bei längeren Aufenthalten oder Reisen mit erhöhtem Risiko – zum Beispiel auf Velo- und Motorradreisen, in abgelegenen Regionen oder bei möglichem Kontakt mit streunenden Tieren – kann die vorbeugende Impfung sinnvoll sein. Lassen Sie sich frühzeitig von einer Fachperson beraten, damit die vorbeugende Impfserie rechtzeitig begonnen werden kann.

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Tollwut ist nicht heilbar und verläuft mit sehr wenigen Ausnahmen tödlich. Die Impfung kann in den meisten Fällen eine Erkrankung verhindern, wenn sie rechtzeitig erfolgt. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meist schwach und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Die Tollwutimpfung wird bei bestimmten Risikogruppen sowie in Risikosituationen vorbeugend eingesetzt. Nach möglichem Kontakt mit dem Tollwutvirus ist jedoch immer eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich; auch bereits geimpfte Personen benötigen zusätzliche Impfdosen.

Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Die vorbeugende Impfung bietet Personen mit erhöhtem beruflichem Risiko – etwa Tierärztinnen und Tierärzten, Laborpersonal oder Personen mit Kontakt zu Fledermäusen – einen wirksamen Grundschutz. 

Schutz auf Reisen

Die Impfung bietet einen Grundschutz bei Reisen in Länder, in denen Tollwut vorkommt; insbesondere bei längeren Aufenthalten, Reisen in abgelegene Regionen oder bei erhöhtem Tierkontakt.

Vereinfachte Behandlung nach möglichem Kontakt

In manchen Ländern sind Tollwut-Antikörper (Immunglobuline) schwer erhältlich. Wer bereits geimpft ist, braucht nach einem möglichen Kontakt mit dem Virus meist nur noch zusätzliche Impfdosen und kann auf Antikörper verzichten.

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Die Tollwutimpfung ist seit vielen Jahren im Einsatz und wurde weltweit millionenfach angewendet. Sie gilt als sicher. Wie bei allen Medikamenten können Nebenwirkungen auftreten. Häufige Nebenwirkungen gelten als normale Impfreaktionen – sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam. 

Häufige Nebenwirkungen

Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötungen oder kleine Schwellungen (diese Reaktionen klingen nach 1 bis 3 Tagen von selbst ab)

Seltene Nebenwirkungen

Fieber, Kopfschmerzen oder allergische Reaktionen

Sehr seltene Nebenwirkungen

Es kann bei einzelnen Personen direkt nach einer Impfung zu einer schweren allergischen Reaktion kommen. Eine solche muss sofort medizinisch behandelt werden.

Impfstoff

Der Tollwutimpfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff
Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine lebenden Erreger enthalten.

Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff wirkt. 

Fragen und Antworten

Was bedeutet terrestrische Tollwut?open

Unter terrestrischer Tollwut versteht man Tollwut bei landlebenden Tieren wie Füchsen, anderen Wildtieren, Haus- und Nutztieren. Die Schweiz ist seit 1999 offiziell frei von dieser Form von Tollwut.

Gibt es in der Schweiz noch Tollwut?open

Fledermäuse können in der Schweiz weiterhin Tollwut übertragen (Fledermaustollwut). Das Risiko für Menschen ist jedoch sehr gering. Bei einem möglichen Kontakt mit einer Fledermaus wird eine sofortige ärztliche Abklärung empfohlen. 
Zudem besteht ein minimales Restrisiko für terrestrische Tollwut durch illegal importierte Haustiere oder Nutztiere aus Ländern, in denen Tollwut vorkommt.

Wer sollte sich gegen Tollwut impfen lassen?open

Die Tollwutimpfung wird Personen empfohlen, die beruflich oder in der Freizeit einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, zum Beispiel Tierärztinnen und Tierärzte, Fledermausforschende oder Laborpersonal mit möglichem Kontakt zum Virus.

Die Beurteilung des Tollwutrisikos ist zudem Teil jeder reisemedizinischen Beratung. Lassen Sie sich von einer medizinischen Fachperson beraten, ob die Impfung für Sie sinnvoll ist.

Warum ist die Impfung in der Schweiz nur unter bestimmten Bedingungen empfohlen?open

Impfprogramme für wilde Tiere haben dafür gesorgt, dass die Krankheit in der Schweiz praktisch nicht mehr vorkommt: Die Schweiz ist seit 1999 offiziell frei von terrestrischer Tollwut. Die Wahrscheinlichkeit, durch Tierkontakt infiziert zu werden ist extrem gering. Aus diesem Grund wird die Impfung nur für bestimmte Risikogruppen/Risikosituationen empfohlen. Ein noch minimales Restrisiko besteht durch Fledermäuse sowie illegal importierte Tiere aus Ländern mit Tollwut. 

Was ist der Unterschied zwischen der Impfung vor und nach einem möglichen Kontakt mit dem Tollwutvirus?open

Impfung vor einem möglichen Kontakt
Die Impfung erfolgt vorsorglich, bevor es zu einem Kontakt mit tollwutverdächtigen Tieren kommt. Sie dient als Grundschutz. Nach einem Biss oder Kratzer ist weiterhin zeitnah ein Arztbesuch nötig, aber geimpfte Personen brauchen meist nur noch zwei zusätzliche Impfdosen. Die Behandlung kann daher in der Regel geplanter erfolgen als bei ungeimpften Personen.

Impfung nach einem Kontakt
Nach einem Biss oder Kratzer eines Tieres, das Tollwut haben könnte, sowie bei Speichelkontakt mit verletzter Haut oder Schleimhäuten wird die Impfung gezielt eingesetzt, damit die Krankheit nicht ausbricht. Sie sollte – besonders bei noch ungeimpften Personen – sofort erfolgen. Je nach vorherigem Impfstatus sind zwei bis vier Impfdosen erforderlich. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob zusätzlich Tollwut-Antikörper (Immunglobuline) nötig sind.

Welche Präventionsmassnahmen werden gegen Tollwut empfohlen?open

Neben der Impfung wird empfohlen, keine unbekannten Tiere zu berühren – dies gilt besonders für Hunde, Katzen, Wildtiere sowie tote Tiere. Tollwut tritt vor allem bei Hunden und Fledermäusen auf, kann jedoch grundsätzlich jedes Säugetier betreffen. Informieren Sie sich vor Höhlenbesuchen über Fledermausvorkommen.

Was soll ich bei Tollwutverdacht nach einem Biss, Kratzer oder Speichelkontakt mit einem Tier tun?open
  • die Wunde sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser und Seife reinigen
  • wenn möglich, zusätzlich desinfizieren
  • unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen
Wie effektiv ist eine Impfung vor einem möglichen Kontakt als vorbeugender Schutz?open

Eine Impfung vor einem möglichen Kontakt bietet keinen vollständigen Schutz vor einer Erkrankung. Wenn Sie geimpft sind und von einem Tier gekratzt oder gebissen werden, sind mindestens zwei weitere Impfdosen erforderlich. Auf die zusätzliche Gabe von Antikörpern (Immunglobulinen) kann in diesem Fall jedoch verzichtet werden.

Kann ich mich nach einem Biss, Kratzer oder Speichelkontakt mit einem Tier, das Tollwut haben könnte, noch impfen lassen?open

Ja. Eine Impfung nach einem möglichen Kontakt mit dem Tollwutvirus ist hochwirksam, wenn sie sofort begonnen wird. Die Behandlung umfasst die Wundversorgung, die Impfung und gegebenenfalls die Gabe von Antikörpern (Immunglobulinen).

Wieso brauchen ungeimpfte Personen nach einem möglichen Kontakt mit dem Tollwutvirus zusätzlich Antikörper (Immunglobuline)?open

Antikörper bieten einen sofortigen Schutz, da sie dem Körper fertige Abwehrstoffe liefern, die das Tollwutvirus rasch neutralisieren können, bevor es das zentrale Nervensystem erreicht. Dies ist wichtig, weil Tollwut nahezu immer tödlich verläuft, sobald das Virus das Gehirn erreicht hat. Die Impfung regt zusätzlich die Bildung körpereigener Antikörper an – dieser Prozess dauert jedoch einige Tage.

Wer trägt die Kosten für die Tollwutimpfung?open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen.