
Der Tollwutimpfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff.
Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine lebenden Erreger enthalten.
Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff wirkt.
Tollwut ist eine Viruserkrankung, die nach Ausbruch der Symptome nahezu immer tödlich verläuft. Sie wird meist durch Bisse oder Kratzer infizierter Tiere übertragen. In der Schweiz gibt es keine Tollwut bei landlebenden Tieren; Fledermäuse können das Virus weiterhin tragen. Die Impfung wird für Risikogruppen empfohlen.
Unter terrestrischer Tollwut versteht man Tollwut bei landlebenden Tieren wie Füchsen, anderen Wildtieren, Haus- und Nutztieren. Die Schweiz ist seit 1999 offiziell frei von dieser Form von Tollwut.
Fledermäuse können in der Schweiz weiterhin Tollwut übertragen (Fledermaustollwut). Das Risiko für Menschen ist jedoch sehr gering. Bei einem möglichen Kontakt mit einer Fledermaus wird eine sofortige ärztliche Abklärung empfohlen.
Zudem besteht ein minimales Restrisiko für terrestrische Tollwut durch illegal importierte Haustiere oder Nutztiere aus Ländern, in denen Tollwut vorkommt.
Die Tollwutimpfung wird Personen empfohlen, die beruflich oder in der Freizeit einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, zum Beispiel Tierärztinnen und Tierärzte, Fledermausforschende oder Laborpersonal mit möglichem Kontakt zum Virus.
Die Beurteilung des Tollwutrisikos ist zudem Teil jeder reisemedizinischen Beratung. Lassen Sie sich von einer medizinischen Fachperson beraten, ob die Impfung für Sie sinnvoll ist.
Impfprogramme für wilde Tiere haben dafür gesorgt, dass die Krankheit in der Schweiz praktisch nicht mehr vorkommt: Die Schweiz ist seit 1999 offiziell frei von terrestrischer Tollwut. Die Wahrscheinlichkeit, durch Tierkontakt infiziert zu werden ist extrem gering. Aus diesem Grund wird die Impfung nur für bestimmte Risikogruppen/Risikosituationen empfohlen. Ein noch minimales Restrisiko besteht durch Fledermäuse sowie illegal importierte Tiere aus Ländern mit Tollwut.
Impfung vor einem möglichen Kontakt
Die Impfung erfolgt vorsorglich, bevor es zu einem Kontakt mit tollwutverdächtigen Tieren kommt. Sie dient als Grundschutz. Nach einem Biss oder Kratzer ist weiterhin zeitnah ein Arztbesuch nötig, aber geimpfte Personen brauchen meist nur noch zwei zusätzliche Impfdosen. Die Behandlung kann daher in der Regel geplanter erfolgen als bei ungeimpften Personen.
Impfung nach einem Kontakt
Nach einem Biss oder Kratzer eines Tieres, das Tollwut haben könnte, sowie bei Speichelkontakt mit verletzter Haut oder Schleimhäuten wird die Impfung gezielt eingesetzt, damit die Krankheit nicht ausbricht. Sie sollte – besonders bei noch ungeimpften Personen – sofort erfolgen. Je nach vorherigem Impfstatus sind zwei bis vier Impfdosen erforderlich. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob zusätzlich Tollwut-Antikörper (Immunglobuline) nötig sind.
Neben der Impfung wird empfohlen, keine unbekannten Tiere zu berühren – dies gilt besonders für Hunde, Katzen, Wildtiere sowie tote Tiere. Tollwut tritt vor allem bei Hunden und Fledermäusen auf, kann jedoch grundsätzlich jedes Säugetier betreffen. Informieren Sie sich vor Höhlenbesuchen über Fledermausvorkommen.
Eine Impfung vor einem möglichen Kontakt bietet keinen vollständigen Schutz vor einer Erkrankung. Wenn Sie geimpft sind und von einem Tier gekratzt oder gebissen werden, sind mindestens zwei weitere Impfdosen erforderlich. Auf die zusätzliche Gabe von Antikörpern (Immunglobulinen) kann in diesem Fall jedoch verzichtet werden.
Ja. Eine Impfung nach einem möglichen Kontakt mit dem Tollwutvirus ist hochwirksam, wenn sie sofort begonnen wird. Die Behandlung umfasst die Wundversorgung, die Impfung und gegebenenfalls die Gabe von Antikörpern (Immunglobulinen).
Antikörper bieten einen sofortigen Schutz, da sie dem Körper fertige Abwehrstoffe liefern, die das Tollwutvirus rasch neutralisieren können, bevor es das zentrale Nervensystem erreicht. Dies ist wichtig, weil Tollwut nahezu immer tödlich verläuft, sobald das Virus das Gehirn erreicht hat. Die Impfung regt zusätzlich die Bildung körpereigener Antikörper an – dieser Prozess dauert jedoch einige Tage.
Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen.