Rotaviren

Rotaviren sind weltweit die häufigste Ursache für schwere Durchfälle, die im schlimmsten Fall einen Spitalaufenthalt oder Behandlung auf der Intensivstation erfordern. Betroffen sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 5 Jahren. Da sich fast alle Kinder früh infizieren und das Risiko für schwere Verläufe besonders im Säuglingsalter hoch ist, wird die Impfung in den ersten Lebensmonaten empfohlen.

Kurz und knapp: Die Impfung gegen Rotaviren

Empfohlen für

  • Säuglinge ab 6 Wochen bis zur 24. Lebenswoche

Wichtig
Die Impfung sollte früh erfolgen, da junge Säuglinge besonders gefährdet sind. Nach der 24. Lebenswoche soll die Impfung nicht mehr gegeben werden (vgl. FAQ 5).

Impfschema

  • zwei Impfdosen (Schluckimpfungen), je eine Dosis im Alter von 2 und 4 Monaten

Die erste Dosis kann ab 6 Wochen gegeben werden, die zweite muss spätestens bis zum Ende der 24. Lebenswoche​​ erfolgen.

Die Impfung kann zusammen mit den anderen im gleichen Alter empfohlenen Impfungen verabreicht werden.

Warum ist die Rotavirus-Impfung wichtig?

Rotaviren zählen zu den häufigsten Erregern schwerer Durchfallerkrankungen im Säuglings- und Kleinkindalter. Da sich Rotaviren über verunreinigte Hände, Gegenstände oder Lebensmittel sehr leicht verbreiten, ist eine Ansteckung kaum zu vermeiden. Die Impfung ist eine zuverlässige Methode, Säuglinge zu schützen.

Verhinderung schwerer Durchfallerkrankungen
Rotaviren sind weltweit eine häufige Ursache für schwere, manchmal lebensbedrohliche Durchfälle. Diese führten in der Schweiz vor Einführung der Impfung jährlich zu etwa 6600 Erkrankungen und etwa 1000 Spitaleinweisungen bei Kindern unter 5 Jahren. 
Schutz für Kinder und Familien
Eine Rotavirus-Infektion kann für die betroffenen Kinder sehr belastend sein und die Familien vor grosse Herausforderungen stellen. Die Impfung schützt vor schweren Krankheitsverläufen und hilft, Spitalaufenthalte und damit verbundene Belastungen zu vermeiden.
Auch andere sind geschützt
Die Impfung trägt dazu bei, die Verbreitung der Viren in der Bevölkerung zu reduzieren und dadurch auch andere Personen besser zu schützen.

Impfkalender für Rotaviren

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

Rotaviren

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Die Rotavirus-Impfung schützt wirksam vor schweren Durchfallerkrankungen und damit verbundenen Spitalaufenthalten. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meist schwach und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Die Rotavirus-Impfung schützt wirksam vor schweren Durchfallerkrankungen und damit verbundenen Spitalaufenthalten. 

Schutz vor schwerer Erkrankung

Studien zeigen, dass die Impfung einen hohen Schutz vor durch Rotaviren verursachten schweren, wässrigen Durchfällen und Erbrechen bietet. Dadurch wird das Risiko von Flüssigkeits- und Salzverlust deutlich verringert.

Weniger Spitalaufenthalte

Die Impfung schützt bis zu 96 % vor schweren Krankheitsverläufen, die eine Spitaleinweisung erforderlich machen könnten. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern kann so eine intensive medizinische Behandlung vermieden werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Der Rotavirus-Impfstoff gilt als sicher und wird weltweit seit vielen Jahren eingesetzt. Wie alle Impfstoffe kann auch der Rotavirus-Impfstoff Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen gelten als normale Impfreaktionen – sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Häufige Nebenwirkungen

Vorübergehender Durchfall, Fieber

Seltene Nebenwirkungen

Erhöhte Reizbarkeit, Blähungen, Bauchschmerzen oder Hautausschlag

Sehr seltene Nebenwirkungen

Es kann bei einzelnen Personen direkt nach einer Impfung zu einer schweren allergischen Reaktion kommen. Eine solche muss sofort medizinisch behandelt werden.

Impfstoff

Der Rotavirus-Impfstoff wird als Schluckimpfung über den Mund verabreicht, es ist keine Spritze nötig. 

Der Rotavirus-Impfstoff ist ein sogenannter Lebendimpfstoff.

Lebendimpfstoffe haben eine lange Tradition und bieten dank abgeschwächter Erreger einen starken, langanhaltenden Schutz. Erfahren Sie hier, wie ein Lebendimpfstoff wirkt. 

Fragen und Antworten

Wie wird der Impfstoff gegen das Rotavirus verabreicht und ist eine Spritze erforderlich?open

Der Impfstoff gegen das Rotavirus wird in Form von flüssigen Tropfen über den Mund verabreicht – eine Spritze ist also nicht nötig. Die Impfung schützt Säuglinge vor schwerem Durchfall, Erbrechen und Austrocknung, die durch Rotaviren verursacht werden. Da der Impfstoff oral eingenommen wird, ist er für Babys leicht zu verabreichen, was in der Regel bei den regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen erfolgt. In der Schweiz erhalten Babys den Impfstoff im Alter von 2 und 4 Monaten als Teil der empfohlenen Impfungen.

Was ist eine Schluckimpfung?open

Eine Schluckimpfung bedeutet, dass der Impfstoff nicht per Spritze, sondern über den Mund verabreicht wird. Der Impfstoff wird in flüssiger Form oder als Tropfen direkt in den Mund gegeben, meist mit einer Pipette oder einem kleinen Löffel.

Wie wirkt eine Schluckimpfung?open

Der Impfstoff enthält abgeschwächte Krankheitserreger oder deren Bestandteile. Diese gelangen über den Verdauungstrakt in den Körper und regen dort das Immunsystem dazu an, Abwehrstoffe (Antikörper) zu bilden. Da die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt eng mit dem Immunsystem verbunden sind, kann der Körper auch an dieser Stelle gezielt Abwehrkräfte aufbauen. Das ist besonders sinnvoll bei Erregern wie Rotaviren, die eine Magen-Darm-Infektion verursachen.

Wie häufig ist das Rotavirus in der Schweiz, und warum ist eine Impfung wichtig?open

Vor der Einführung der Impfung verursachte das Rotavirus weltweit jedes Jahr Millionen von Spitalaufenthalten, vor allem bei Kleinkindern. Besonders schwere Fälle traten in Ländern mit niedrigem Einkommen auf. 
Auch in der Schweiz führen Infektionen mit dem Rotavirus regelmässig zu Spitaleinweisungen: Zwischen 2015 und 2019 wurden pro Jahr durchschnittlich 1'086 Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren wegen einer Rotavirus-Infektion ins Spital eingeliefert. Im Jahr 2021 waren es 951 Fälle. Todesfälle sind hierzulande sehr selten. Schwere Erkrankungen bedeuten jedoch grossen Stress für Familien: mit mehreren Krankheitstagen beim Kind, möglicher Ansteckung weiterer Familienmitglieder und Arbeitsausfällen der Eltern. Die Impfung hilft, schwere Krankheitsverläufe und Spitaleinweisungen zu verhindern – gerade im Winter, wenn viele andere Infektionen auftreten.

Warum ist die Rotavirus-Impfung nur bis 24 Wochen empfohlen?open

Die Impfung wird in den ersten Lebensmonaten verabreicht, da sehr junge Säuglinge – insbesondere unter 4 Monaten – am stärksten von schweren Rotavirus-Infektionen betroffen sind. Deshalb wird die Impfung in diesem frühen Lebensalter empfohlen.

Der Impfstoff ist für ältere Kinder nicht zugelassen und wurde in dieser Altersgruppe nicht ausreichend untersucht.

Wer trägt die Kosten für die Rotavirus-Impfung?open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen.

Hier geht es zu den allgemeinen FAQs