Mumps

Mumps ist eine hochansteckende Virusinfektion, die schmerzhafte Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen verursacht. Die Erkrankung kann gelegentlich zu Komplikationen wie Hirnhaut-, Gehirn- oder Hodenentzündung führen. Die Impfung schützt zuverlässig und wird im Säuglingsalter empfohlen.

Kurz und knapp: Die Impfung gegen Mumps

Empfohlen für

  • alle Kinder ab 9 Monaten (als Basisimpfung)
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Impflücken (als Nachholimpfung) 

Impfschema

  • Für Kinder: zwei Impfdosen, je eine im Alter von 9 und 12 Monaten  
  • Nachholimpfung: ein bis zwei Impfdosen für Personen, die nach 1963 geboren wurden und nicht oder unvollständig geimpft sind

Warum ist die Mumps-Impfung sinnvoll?

Die Mumps-Impfung schützt vor einer ansteckenden Viruserkrankung und ihren seltenen, aber möglichen schweren Folgen. Da es keine gezielte Behandlung gegen Mumps gibt, ist die Impfung der beste Schutz vor der Krankheit und ihren Komplikationen.

Hohes Ansteckungsrisiko
Mumps ist sehr ansteckend und wird vor allem durch Tröpfchen beim Husten oder Niesen übertragen. Infizierte Personen sind bereits etwa zwei Tage vor Auftreten der ersten Symptome ansteckend und bleiben es bis zu neun Tage danach. Da die frühen Symptome unspezifisch sind, wird Mumps oft unbemerkt weitergegeben.
Schmerzhafte Schwellungen vermeiden
Zu den ersten Symptomen von Mumps gehören leichtes Fieber, Unwohlsein und Kopfschmerzen. Danach kommt es zunächst einseitig, später häufig beidseitig zu schmerzhaften Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen. Die sichtbare Veränderung des Gesichts wird umgangssprachlich «Hamsterbacken» genannt.
Mögliche Komplikationen vermeiden
Eine häufige Komplikation bei Kindern ist eine Hirnhautentzündung, die meist ohne Spätfolgen abheilt. Selten kann auch das Gehirn entzündet sein. Nach der Pubertät kann es bei Männern zu einer schmerzhaften Hodenentzündung kommen, die in seltenen Fällen die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Bei Frauen ist eine Eierstockentzündung möglich, die allerdings keine Unfruchtbarkeit verursacht.
Seltene schwere Folgen verhindern
In seltenen Fällen kann Mumps unabhängig von Alter und Geschlecht zu einer dauerhaften Ertaubung führen. Die Impfung hilft, diese schweren Folgen zu verhindern.
Langfristigen Schutz erhalten
Wer vollständig mit zwei Dosen geimpft ist, ist in der Regel lebenslang vor Mumps geschützt. Die Impfung schützt den Grossteil der Geimpften vor einer Erkrankung. Personen, die trotz Impfung erkranken, haben meist einen milderen Krankheitsverlauf als ungeimpfte Personen.

Impfkalender für Mumps

Die Mumps-Impfung wird bei Kindern meist als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (MMRV) in einer einzigen Spritze verabreicht.

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

Mumps

Masern

Röteln

Windpocken

Varizellen

1)

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Die Mumps-Impfung senkt das Risiko einer Erkrankung deutlich und schützt zuverlässig vor Komplikationen. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meist mild und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Die Impfung schützt zuverlässig vor Mumps, möglichen Komplikationen und seltenen schweren Folgen der Krankheit. Sie ist für alle Personen sinnvoll, die noch keinen Schutz gegen Mumps haben.

Schutz vor Mumps

Nach zwei Impfdosen sind etwa 85 bis 90 % der geimpften Personen lebenslang vor Mumps geschützt.

Verhinderung von Komplikationen 

Die Krankheit kann verschiedene Entzündungen auslösen, zum Beispiel der Hirnhäute (1–10 % der Erkrankten), der Hoden (15–30 % der infizierten Männer) oder der Eierstöcke (5 % der infizierten Frauen). Auch wenn die Impfung nicht vollständig vor einer Ansteckung schützt, reduziert sie das Risiko von Komplikationen erheblich.

Schutz vor seltenen schweren Folgen

Mumps kann in seltenen Fällen zu einem dauerhaften Hörverlust führen. Die Impfung senkt das Risiko solcher schweren Folgen deutlich.

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Die Mumps- / MMR(V)-Impfung gilt als sehr sicher und wird weltweit seit vielen Jahren eingesetzt. Häufige Nebenwirkungen gelten als normale Impfreaktionen - sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Häufige Nebenwirkungen

Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötungen, kleine Schwellungen oder Schmerzen.
10–20 von 100 Geimpften: Fieber
Diese Reaktionen klingen nach 1 bis 3 Tagen von selbst ab.  

Häufige Nebenwirkungen

Etwa 1 bis 2 Wochen nach der Impfung: 
2-4 von 100 Geimpften: feine rote Hautflecken (nicht ansteckend), leichte Schwellung der Speicheldrüsen oder hohes Fieber. Diese Beschwerden können 1 bis 3 Tage dauern.

Häufige Nebenwirkungen bei Frauen

Bei erwachsenen Frauen können nach 1 bis 2 Wochen vorübergehend Gelenkschmerzen auftreten.

Seltene Nebenwirkungen bei Säuglingen

1 von etwa 2'000 geimpften Säuglingen: Fieberkrampf (meist etwa 7-12 Tage nach der ersten Impfdosis). Fieberkrämpfe hinterlassen keine bleibenden Schäden.

Sehr seltene Nebenwirkungen

1 von 30’000 Geimpften: vorübergehende leichte Senkung der Blutplättchen (kleine Hautblutungen möglich).

Impfstoff

Den Mumps-Impfstoff gibt es als nur als Kombinationsimpfstoff zusammen mit den Impfstoffen gegen Masern und Röteln (MMR) oder zusätzlich gegen Windpocken (MMRV).

Der Mumps-Impfstoff ist ein sogenannter Lebendimpfstoff.
Lebendimpfstoffe haben eine lange Tradition und bieten dank abgeschwächter Erreger einen starken, langanhaltenden Schutz. Erfahren Sie hier, wie ein Lebendimpfstoff wirkt.

Fragen und Antworten

Was bedeutet MMR und MMRV?open

MMR ist der Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln. Er wird in der Schweiz seit den 1960er-Jahren verwendet. 2005 wurde der bewährte Impfstoff um die Komponente gegen Windpocken (Varizellen) erweitert, sodass der Kombinationsimpfstoff MMRV entstand. Er wird in der Schweiz seit 2023 eingesetzt. Der Vorteil von Kombinationsimpfstoffen ist, dass mit nur einer Spritze gleichzeitig Impfdosen gegen mehrere Krankheiten verabreicht werden können.

Wann sollte nicht gegen Mumps geimpft werden?open

Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, sollte die Impfung bei einer leichten akuten Erkrankung um einige Wochen verschoben werden. Schwangere Frauen sowie Personen mit einer Immunschwäche sollten den MMR- oder MMRV-Impfstoff nicht erhalten.

Wann sollte geimpft werden, wenn ein Kinderwunsch besteht?open

Bei bestehendem Kinderwunsch sollte der Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln möglichst vor einer Schwangerschaft überprüft und gegebenenfalls vervollständigt werden. Frauen dürfen während der Schwangerschaft nicht mit einem Lebendimpfstoff wie dem MMR- oder MMRV-Impfstoff geimpft werden.

Erhöht die Impfung das Risiko für andere Krankheiten?open

Nein. Die MMR- und MMRV-Impfung erhöht weder das Risiko für andere Krankheiten noch überfordert sie das Immunsystem (das Abwehrsystem unseres Körpers). Nebenwirkungen und Komplikationen treten nach der Impfung deutlich seltener auf als nach den entsprechenden Krankheiten. Die Impfung gilt als sehr sicher und wird weltweit empfohlen.

Ist Mumps nicht schon ausgerottet?open

Nein. Mumps kommt in der Schweiz weiterhin vor. In den letzten Jahren wurden jeweils weniger als 1000 Fälle pro Jahr gemeldet. Um das Ziel einer dauerhaften Unterbrechung der Virusübertragung (Herdenimmunität) zu erreichen, ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen gegen Mumps impfen lassen.

Kann Mumps auch Erwachsene betreffen?open

Ja, auch Erwachsene können an Mumps erkranken. Komplikationen treten bei ihnen häufiger auf als bei Kindern. Dazu gehören Hodenentzündungen bei Männern, Eierstockentzündungen bei Frauen, Hirnhautentzündungen oder seltener Gehirnentzündung. Deshalb ist eine Impfung in der Kindheit besonders wichtig.

Wer trägt die Kosten für die Mumps-Impfung? open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen.

Geschichte rund um die Mumps-Impfung

Seit 1976 wird die kombinierte Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) für alle Kinder empfohlen. Sie wurde seither millionenfach verabreicht. Anfangs war eine Dosis vorgesehen; seit 1997 werden zwei Impfdosen empfohlen, um den Schutz zu verbessern.

Seit 2023 wird empfohlen, im Alter von 9 und 12 Monaten nach Möglichkeit die kombinierte Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (MMRV) zu verwenden.