HPV 

HPV (Humane Papillomaviren) sind hoch ansteckende, häufig vorkommende Viren, die sexuell übertragen werden. Einige Untertypen können Krebserkrankungen im Genital-, Anal- oder Hals-Rachen-Bereich verursachen, andere wiederum führen zu Genitalwarzen. Die Impfung wird allen Jugendlichen ab 11 Jahren empfohlen. 

Kurz und knapp: Die Impfung gegen HPV 

Empfohlen für

  • alle Jugendlichen zwischen 11 und 14 Jahren (als Basisimpfung)
  • Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 19 Jahren (als Nachholimpfung)
  • junge Erwachsene bis 26 Jahre (als ergänzende Impfung)

Impfschema

  • zwei Impfdosen im Abstand von sechs Monaten für Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren
  • drei Impfdosen ab 15 Jahren
  • spezielles Impfschema für Personen mit einem stark geschwächten Immunsystem

Warum ist die HPV-Impfung sinnvoll? 

Es gibt viele verschiedene HPV-Typen: Während die meisten harmlos sind, können einige Typen schwerwiegende Erkrankungen, wie Gebärmutterhals-, Anal- und Hals-Rachen-Krebs auslösen. Die HPV-Impfung reduziert dieses Risiko um bis zu 90 %. Die Impfung ist besonders effektiv, wenn sie vor Beginn der sexuellen Aktivität erfolgt.  

Nur die Impfung schützt wirksam vor HPV
Die HPV-Impfung bietet sicheren Schutz vor durch HPV verursachten Erkrankungen. Kondome schützen nur bedingt, da eine Ansteckung auch durch Schleimhautkontakt möglich ist. Die Impfung verhindert auch die Übertragung der Viren.
Manche HPV-Infektionen können bestehen bleiben und Folgen haben
Die meisten HPV-Infektionen sind nur vorübergehend: Sie verlaufen ohne Symptome und sind nach einer Weile nicht mehr nachweisbar. Eine symptomlose Infektion kann aber auch über Jahre hinweg andauern und manchmal zu Zellveränderungen, Krebsvorstufen und schliesslich zu Krebs führen.
Die Impfung schützt sehr gut vor verschiedenen Krebsarten
Mit der Impfung werden neun HPV-Typen abgedeckt. Sieben davon können Auslöser für verschiedene Krebserkrankungen im Genital- und Anal- sowie im Hals-Rachen-Bereich sein. Am häufigsten tritt der Gebärmutterhalskrebs auf, doch auch Anus, Penis, Schamlippen, Scheide und Rachenraum können betroffen sein. 
Genitalwarzen können vermieden werden
Die Impfung deckt auch zwei HPV-Typen ab, die den Grossteil der Genitalwarzen auslösen. Diese treten im Intimbereich auf, wie am Penis, an den Schamlippen, in der Vagina oder im After. Sie sind häufig und unangenehm, jedoch nicht gefährlich. Nach Entfernung durch eine ärztliche Fachperson besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie neu auftreten. 
Die Impfung schützt nicht vor einer bestehenden Infektion
Hat man sich bereits mit HP-Viren angesteckt, kann eine nachträgliche Impfung diese Viren nicht beseitigen. Daher ist es sinnvoll, die Impfung frühzeitig durchzuführen, idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt. 

Impfkalender

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

HPV

Humane Papillomaviren

1)
2)

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Die Impfung schützt wirksam vor sieben HPV-Typen, die zu verschiedenen Krebserkrankungen führen können. Zudem schützt sie vor zwei Typen, die Genitalwarzen verursachen. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meistens schwach und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab. 

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Auch wenn sich die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens ohne Folgen mit HPV anstecken, kann die Infektion in seltenen Fällen bestehen bleiben und zu Folgeerkrankungen führen. Die Impfung bietet hiervor einen nahezu vollständigen Schutz. 

Wirksame Krebsprävention

Die Impfung bietet Schutz vor Krebserkrankungen z. B. Gebärmutterhalskrebs (in 9 von 10 Fällen), Analkrebs (in 9 von 10 Fällen), Krebs im Hals-Rachen-Bereich.
 

Vermeiden von Genitalwarze

9 von 10 Fälle von Genitalwarzen können durch die Impfung vermieden werden. 

Gemeinschaftsschutz

Wenn viele Personen geimpft sind, reduziert sich die Virusübertragung in der Bevölkerung. 

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Die Impfung ist für Jugendliche und junge Erwachsene sicher. Häufige Nebenwirkungen zählen als normale Impfreaktionen – sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Häufige Nebenwirkungen

Lokale Reaktionen wie Rötungen und Schwellungen

Seltene Nebenwirkungen

Allergiebedingte Symptome wie z. B. ein Nesselfieber

Sehr seltene Nebenwirkungen

Schwere allergische Reaktion​​

Impfstoff

Der Impfstoff schützt vor neun HPV-Typen, von denen sieben krebsauslösend und zwei hauptsächlich für die Entstehung von Genitalwarzen verantwortlich sind. 

Der HPV-Impfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff.

Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine lebenden Erreger enthalten. Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff wirkt.

Fragen und Antworten

Ist die HPV-Impfung sicher? open

Ja, der Impfstoff ist sicher und wird gut vertragen​. Um zugelassen zu werden, musste er sehr strenge Sicherheitskriterien erfüllen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat umfangreiche Untersuchungen durchgeführt; sie hebt die HPV-Impfung als wichtiges Mittel zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs und anderen durch HPV verursachten Erkrankungen hervor. Bei genauer Überwachung gab es keine Hinweise, dass die Impfung Krankheiten auslösen kann.

Wie lange hält der Impfschutz an?open

Die Immunität hält für mindestens zehn Jahre. Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass der Impfschutz nach einer gewissen Zeit abnimmt. Die Impfstoffe werden kontinuierlich überwacht​ und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Die Wirkdauer wird im Rahmen von Studien weiterhin untersucht. 

Warum ist die HPV-Impfung für alle Jugendlichen wichtig?open

HPV gehört zu den häufigsten übertragbaren Infektionen. Eine HPV-Infektion kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern Folgeerkrankungen auslösen. Eine Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt, also im Jugendalter, bietet den besten Schutz vor HPV. Kondome schützen nicht zuverlässig vor einer Ansteckung mit HPV. 

Die Impfung kann HPV-assoziierte Erkrankungen wie Gebärmutterhals, Genital- und Analkrebs sowie Krebs im Hals-Rachen-Bereich und Genitalwarzen verhindern. Durch die reduzierte Virusübertragung​​ innerhalb der Bevölkerung, werden auch andere Personen indirekt geschützt.

Kann/soll ich mich noch impfen lassen, wenn ich schon Geschlechtsverkehr gehabt habe?open

Ja, die HPV-Impfung ist auch nach den ersten sexuellen Kontakten sinnvoll. Idealerweise erfolgt die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr, da sie dann den besten Schutz bietet. Dennoch schützt die Impfung vor den HPV-Typen, mit denen bisher keine Infektion stattgefunden hat. Bei Unsicherheiten ist ein Gespräch mit einer medizinischen Fachperson empfehlenswert.

Bekommt man durch eine Infektion mit HPV später immer Krebs?open

Humane Papillomaviren sind so verbreitet, dass sich die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens damit anstecken. Eine Infektion mit HPV verläuft in der Regel unbemerkt, verursacht keine Beschwerden und heilt meist von selbst aus. Eine seltene Folge können jedoch verschiedene Krebsarten sein, die Jahre bis Jahrzehnte nach der Infektion entstehen. 

Schätzungen zu den Häufigkeiten: 
70 % bis 80 % der sexuell aktiven Frauen und Männer infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV.  

In 70 % dieser Fälle verschwindet das Virus innerhalb eines Jahres nach der Infektion und in 90 % innerhalb von zwei Jahren.  

Bei einer fortdauernden Infektion mit einem krebsauslösenden Typ des Virus kann sich eine Krebsvorstufe und daraus eine Krebserkrankung entwickeln. 

In der Schweiz erkranken jährlich etwa 500 Personen an einem durch HPV verursachten Krebs im Analbereich oder am Gebärmutterhals. Hinzu kommen weitere HPV-bedingte Krebsarten im Genital- sowie im Hals-Rachen-Bereich, für die in der Schweiz derzeit keine genauen Schätzungen vorliegen.

Muss ich Gebärmutterhals-Abstriche machen lassen, wenn ich geimpft bin?open

Ja, regelmässige Vorsorgeuntersuchungen bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt zur Früherkennung von Krebsvorstufen sind trotz der Impfung wichtig und notwendig. Die Impfung schützt nicht vor sämtlichen HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Es können auch andere HPV-Typen als die in der Impfung enthaltenen die Ursache für eine Krebserkrankung sein. Auch bei Frauen, die nicht mehr sexuell aktiv oder nicht mehr im gebärfähigen Alter sind, ist es wichtig, die Abstrichuntersuchungen konsequent fortzusetzen. Auch wenn die HPV-Infektion schon länger zurückliegt, können am Gebärmutterhals noch Veränderungen entstehen. Das HPV-Virus kann über Monate oder Jahre inaktiv bleiben und sich plötzlich, ohne erkennbaren Auslöser, wieder vermehren.

Wer trägt die Kosten für die HPV-Impfung?open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen.

Informationen rund ums Impfen

Wie wirken Impfungen, wann wird geimpft und wie sicher sind Impfstoffe? Hier finden Sie Grundlagen und Antworten auf häufige Fragen rund ums Impfen.