Haemophilus influenzae Typ b 

Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ist ein Bakterium, das schwere Infektionen verursachen kann. Besonders betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder. Hib-Infektionen können zu Komplikationen wie Hirnhautentzündung oder lebensbedrohliche Atemwegsentzündungen führen. Die Impfung im Säuglingsalter wird für alle Kinder empfohlen.

Kurz und knapp: Die Impfung gegen Hib

Empfohlen für

  • alle Säuglinge (als Basisimpfung)

Impfschema

  • drei Impfdosen, je eine im Alter von 2, 4 und 12 Monaten.

Warum ist die Hib-Impfung sinnvoll?

Hib kann bei Säuglingen und Kleinkindern rasch schwere Infektionen auslösen. Dazu gehören Hirnhautentzündung, Blutvergiftung und eine Entzündung des Kehldeckels mit akuter Ersti-ckungsgefahr. Trotz moderner Behandlung können bleibende Schäden oder Todesfälle auftreten.

Säuglinge vor lebensbedrohlichen Infektionen schützen
Hib kann vor allem bei Kindern unter fünf Jahren schwere Infektionen verursachen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Die Impfung schützt zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen.
Bleibende Schäden verhindern
Eine durch Hib verursachte Hirnhautentzündung kann zu Hörverlust sowie zu geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen führen. Die Impfung verhindert diese Komplikationen wirksam.
Säuglinge rechtzeitig impfen
Die Impfung ab zwei Monaten ist besonders wichtig, da schwere Hib-Infektionen vor allem in den ersten Lebensmonaten auftreten. Ohne Impfschutz ist das Risiko für Säuglinge deutlich erhöht.
Auch andere Kinder schützen
Wenn viele Kinder geimpft sind, wird die Verbreitung der Bakterien reduziert. Dadurch werden auch Kinder geschützt, die noch zu jung für die Impfung sind oder aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Impfkalender für Hib

Die Hib-Impfung wird meist mit einem Kombinationsimpfstoff verabreicht. In der Regel wird ein Sechsfach-Impfstoff in einer einzigen Spritze verabreicht, der zusätzlich vor Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung und Hepatitis B schützt.

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

Haemophilus influenzae Typ b

Hib

Diphtherie

2)

Starrkrampf

Tetanus

Keuchhusten

Pertussis

Kinderlähmung

Poliomyelitis

Hepatitis B

1)

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Mit der vollständigen Impfung gegen Hib besteht ein zuverlässiger Schutz vor schweren bakteriellen Infektionen im Säuglings- und Kleinkindalter. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meist mild und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Die Hib-Impfung schützt zuverlässig vor schweren bakteriellen Infektionen im Säuglings- und Kleinkindalter. Dank der Impfung treten schwere Hib-Erkrankungen heute nur noch selten auf.

Schutz vor Hirnhautentzündung und Blutvergiftung

Vor Einführung der Impfung war Hib eine der häufigsten Ursachen für eitrige Hirnhautentzündungen bei Kleinkindern. Viele Kinder mussten intensivmedizinisch behandelt werden, einige starben oder behielten bleibende Schäden. Seit der Impfung sind diese Erkrankungen in der Schweiz selten geworden.

Schutz vor Erstickungsgefahr durch Kehldeckelentzündung

Eine Hib-Infektion kann zu einer akuten Kehldeckelentzündung führen. Dabei schwillt der Atemweg innerhalb kurzer Zeit an – es besteht Erstickungsgefahr. Besonders betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder. Die Impfung verhindert diese lebensbedrohliche Komplikation sehr wirksam.

Schutz vor bleibenden Folgen

Eine Hirnhautentzündung kann trotz Behandlung dauerhafte Folgen verursachen, etwa Hörverlust oder geistige und körperliche Behinderung. Durch die Impfung lassen sich diese schweren Verläu-fe fast vollständig vermeiden.

Früher Schutz in den ersten Lebensjahren

Das Risiko für schwere Hib-Erkrankungen ist in den ersten fünf Lebensjahren am höchsten. Deshalb beginnt die Impfserie bereits im Säuglingsalter. So sind Kinder genau in der Phase geschützt, in der sie am stärksten gefährdet sind.

Schutz der Gemeinschaft

Wenn viele Kinder geimpft sind, wird die Weitergabe der Bakterien reduziert. Dadurch werden auch Kinder geschützt, die noch zu jung für die Impfung sind oder aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Impfstoffe gegen Hib werden seit vielen Jahren eingesetzt und gelten als sicher. Häufige Nebenwirkungen sind normale Impfreaktionen. Sie zeigen, dass das Immunsystem reagiert. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Häufige Nebenwirkungen

Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber innerhalb von 24 Stunden. Das Kind kann vorübergehend unruhig sein.

Seltene Nebenwirkungen

Fieberkrampf (in der Regel harmlos, ohne bleibende Folgen).

Sehr seltene Nebenwirkungen

Es kann bei einzelnen Personen direkt nach einer Impfung zu einer schweren allergischen Reaktion kommen.

Impfstoff

Den Hib-Impfstoff gibt es als Einzelimpfstoff oder als Kombinationsimpfstoff, zum Beispiel als Sechsfach-Impfstoff, der zusätzlich vor Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung und Hepatitis B schützt.

Der Mumps-Impfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff.
Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine vermehrungsfähigen Erreger enthalten. Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff wirkt.

Fragen und Antworten

Wie häufig war Hib vor Einführung der Impfung?open

Vor der Einführung der Hib-Impfung erkrankte in der Schweiz etwa 1 von 500 Kindern an einer schweren Hib-Infektion. Das entsprach rund 200 Fällen pro Jahr.

Heute treten dank der Impfung nur noch vereinzelte Fälle auf, meist bei ungeimpften Kindern. Insgesamt hat die Impfung schwere Hib-Erkrankungen um etwa 99 % reduziert.

Warum ist die Impfung heute noch wichtig?open

Hib-Bakterien sind weiterhin vorhanden. Ohne Impfung könnten die Erkrankungszahlen rasch wieder ansteigen. Die Impfung schützt nicht nur das einzelne Kind, sondern trägt auch dazu bei, die Verbreitung der Bakterien niedrig zu halten. So bleiben auch besonders gefährdete Kinder geschützt.

Wie wird Hib übertragen?open

Die Übertragung erfolgt über Tröpfchen, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen. Das Bakterium kann im Nasen-Rachen-Raum gesunder Personen vorkommen, ohne Beschwerden zu verursachen. Diese Personen können das Bakterium unbemerkt weitergeben. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder, deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Die Impfung schützt zuverlässig vor schweren Erkrankungen durch Hib.

Warum betrifft die Krankheit vor allem Säuglinge und Kleinkinder?open

Das Immunsystem von kleinen Kindern ist noch nicht vollständig ausgereift. Dadurch können sich die Bakterien leichter im Körper ausbreiten und schwere Infektionen verursachen, etwa Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung. Nach dem Kleinkindalter sinkt das Risiko deutlich. Deshalb ist die frühe Impfung im ersten Lebensjahr besonders wichtig.

Kann ein Kind trotz Antibiotika schwer erkranken?open

Ja. Auch wenn Antibiotika gegen das Bakterium wirken, können schwere Erkrankungen sehr schnell verlaufen. Selbst bei rascher Behandlung sind bleibende Schäden möglich, zum Beispiel Hörverlust oder Entwicklungsstörungen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung tödlich enden. Die Impfung schützt Kinder am zuverlässigsten vor solchen schweren Verläufen.

Warum wird die Impfung nur im frühen Kindesalter empfohlen?open

Das Risiko für schwere Erkrankungen ist fast ausschliesslich auf die ersten Lebensjahre begrenzt. Kinder über fünf Jahre und Erwachsene erkranken nur sehr selten schwer an Hib. Deshalb ist die Impfung nach dem fünften Geburtstag in der Regel nicht mehr empfohlen.

Kann ich die Impfung nachholen, wenn mein Kind ungeimpft ist?open

Ja. Fehlende Impfdosen können bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden und sollten möglichst rasch verabreicht werden. Je früher die Impfung erfolgt, desto besser ist der Schutz vor schweren Infektionen. Eine Gesundheitsfachperson kann einen individuellen Impfplan erstellen.

Wird die Impfung einzeln oder zusammen mit anderen Impfungen gegeben?open

Die Hib-Impfung wird als Kombinationsimpfung verabreicht, zusammen mit Impfstoffen gegen Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung und Hepatitis B. Dadurch braucht es weniger Spritzen, und Kinder erhalten mit einer Impfung Schutz vor mehreren Krankheiten.

Kann sich ein geimpftes Kind trotzdem anstecken?open

Die Impfung schützt sehr zuverlässig vor schweren Erkrankungen. Leichte Infektionen im Nasen-Rachen-Raum sind weiterhin möglich, verlaufen jedoch in der Regel harmlos. Entscheidend ist: Geimpfte Kinder sind vor den gefährlichen Komplikationen geschützt.

Wer trägt die Kosten für die Hib-Impfung?open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen