Gesunde Kinder: Sicher geschützt von Anfang an
Impfkalender für Säuglinge
und Kleinkinder
So lesen Sie den Impfkalender
Der blau markierte Bereich ist für Säuglinge und Kleinkinder relevant.
Er zeigt, wann welche Impfungen in diesem Lebensabschnitt empfohlen werden.
Der Impfkalender zeigt nur die generell empfohlenen Impfungen.
Spezielle Impfempfehlungen für Risikogruppen und Risikosituationen sind hier nicht dargestellt. Lassen Sie sich dazu von einer Fachperson beraten.
| Impfung | Alter in Monaten | Alter in Jahren | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 2 | 3 - 4 | 4 | 5 | 9 | 12 | 12 - 18 | 4 - 7 | 11 - 15 | 25 | 45 | ab 65 | |||
RSV: Schwangerschaft / KinderRespiratorisches Synzytial-Virus | 1 Dosis Antikörper (passive Immunisierung), falls keine Impfung der Mutter in der Schwangerschaft erfolgt ist. | ||||||||||||||
Diphtherie | 5) | ||||||||||||||
StarrkrampfTetanus | |||||||||||||||
KeuchhustenPertussis | |||||||||||||||
KinderlähmungPoliomyelitis | |||||||||||||||
Haemophilus influenzae Typ bHib | |||||||||||||||
Hepatitis B | 3) | ||||||||||||||
Pneumokokken | |||||||||||||||
Rotaviren | |||||||||||||||
Meningokokken | 1) | 1) | 2) | 4) | |||||||||||
Masern | |||||||||||||||
Mumps | |||||||||||||||
Röteln | |||||||||||||||
WindpockenVarizellen | 3) | ||||||||||||||

Fragen und Antworten
01Was versteht man unter «Nestschutz» und wie lange dauert er?
Ein Neugeborenes erhält vorübergehend Schutz durch Antikörper der Mutter – sie werden während der Schwangerschaft über die Plazenta und nach der Geburt durch die Muttermilch aufs Kind übertragen. Dieser sogenannte Nestschutz hält nur wenige Monate an. Gegen verschiedene Krankheiten ist dieser Schutz zudem sehr eingeschränkt. Deshalb ist es wichtig, Säuglinge rechtzeitig mit den empfohlenen Basisimpfungen und ergänzenden Impfungen zu schützen.
02Warum wird bereits so kurz nach der Geburt mit den Impfungen begonnen?
Das Ziel der Impfempfehlungen ist es, jede Person vor potenziell schweren, durch Impfungen vermeidbaren Krankheiten zu schützen, wann immer sie es am meisten braucht.
Die Empfehlungen für Kinder beruhen darauf, wann Kinder am meisten gefährdet sind und wie ihr Immunsystem in verschiedenen Altersstufen am besten auf Impfstoffe anspricht.
Für die meisten durch Impfung vermeidbaren Krankheiten ist mehr als eine Impfstoffdosis erforderlich, um einen optimalen Schutz aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Daher ist jeder Impfzeitpunkt im Impfplan bewusst gewählt. Wird eine Impfung ausgelassen oder verschoben, erhöht sich das Risiko einer Infektion und schweren Erkrankung. Das Timing ist also wichtig: Impfen Sie rechtzeitig und holen Sie versäumte Impfungen so schnell wie möglich nach.
Zuwarten mit Impfen bedeutet, dass Säuglinge ungeschützt dem Risiko von Krankheiten mit potenziell schweren Folgen ausgesetzt sind.
Sind Sie auf Kurs mit den Impfungen? Kontrollieren Sie den Impfstatus Ihres Kindes. Lassen Sie sich durch eine Fachperson beraten, zum Beispiel in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke.
03Können Impfungen das Immunsystem überfordern?
Das Immunsystem Ihres Kindes entwickelt sich nach der Geburt und lernt, viele Erreger erfolgreich zu bekämpfen. Säuglinge und Kleinkinder sind täglich verschiedensten Krankheitserregern ausgesetzt. Das Immunsystem ist in der Lage, sich gleichzeitig gegen eine Vielzahl von Erregern zur Wehr zu setzen. Impfungen unterstützen dies, indem sie dem Körper helfen, Merkmale eines Krankheitserregers frühzeitig kennenzulernen, um ihn bei einem späteren Kontakt schnell abzuwehren. Ihr Kind kann mit den empfohlenen Basisimpfungen und ergänzenden Impfungen gut umgehen. Eine Überforderung des Immunsystems ist dabei nicht zu befürchten. Im Gegenteil: Impfungen stärken und «trainieren» das Immunsystem Ihres Kindes gezielt.
Zudem können viele Impfungen mit sogenannten Kombinationsimpfstoffen gleichzeitig verabreicht werden, sodass die Anzahl Impfdosen reduziert wird. So erhält Ihr Kind einen umfassenden Schutz gegen mehrere Krankheiten mit möglichst wenigen Spritzen.
04Ist das «Erleben» einer Krankheit nicht etwas Wichtiges für die Entwicklung des Kindes?
Geimpft wird nur gegen eine kleine Zahl von Krankheiten, die für Kinder gefährlich sein oder ernsthafte Folgen haben können. Diese Krankheiten sind nicht notwendig für die kindliche Entwicklung. Im Gegenteil, sie können schwere Komplikationen verursachen. Daneben hat Ihr Kind ausreichend Gelegenheit, mit einer Vielzahl anderer meist harmloser Erkrankungen Erfahrungen zu sammeln. Dabei muss es kein unnötiges Risiko für ernste Komplikationen eingehen.
05Was bedeutet Gemeinschaftsschutz und was tragen die Impfungen meines Kindes dazu bei?
Wenn man sich und sein Kind impfen lässt, schützt man nicht nur sich selbst vor diesen Krankheiten, sondern reduziert ebenfalls die Zirkulation des Erregers innerhalb der Gemeinschaft. Der Gemeinschaftsschutz tritt bei vielen Impfungen dann auf, wenn ein Grossteil der Bevölkerung geimpft ist (sogenannte «Herden-Immunität»). Das bedeutet, dass auch Menschen, die diese Impfung nicht erhalten können (z. B. wegen einer chronischen Krankheit), geschützt sind.
06Wie kann ich mein Kind auf die (erste) Impfung vorbereiten?
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird erklären, wie die Impfung abläuft. Grundsätzlich wird bei Säuglingen und Kleinkindern in den Oberschenkelmuskel geimpft. Am besten bleiben Sie ruhig und einfühlsam. Zeigen Sie Ihrem Kind Nähe und Geborgenheit – zum Beispiel, indem Sie es auf den Schoss nehmen, die Hand halten, beruhigend sprechen und ihm Mut machen. Sie können Kuscheltiere oder Spielzeug zur Beruhigung mitnehmen. Säuglinge können auch während des Stillens geimpft werden. Sagen Sie Ihrem Kind, dass es einen leichten Stich spüren wird, der nur kurz anhält.
Mehr Informationen dazu finden Sie in dieser Broschüre: Kinder impfen? Ja! Wieso? | Krankheiten und Medizin
07Welche Reaktionen können bei meinem Baby oder Kleinkind nach einer Impfung auftreten?
Nach einer Impfung kann es an der Einstichstelle in den kommenden Stunden/Tagen zu einer Rötung, Schwellung oder zu Schmerzen kommen. Es können Symptome wie Müdigkeit, Fieber, Gelenkschmerzen oder Unwohlsein auftreten. Solche Impfreaktionen zeigen, dass der Körper einen Schutz gegen die Krankheit aufbaut. Sie sind in der Regel mild und klingen innert weniger Tage ab. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.
Hat Ihr Kind Beschwerden, die Sie beunruhigen? Werden sie schlimmer oder sind sie nach einer Woche immer noch da? Dann wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
08An wen kann ich mich wenden, wenn ich noch Fragen habe?
Bei Fragen rund ums Impfen können Sie sich von einer Fachperson beraten lassen. Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt berät Sie gerne und kann auf individuelle Fragen oder Unsicherheiten eingehen. Sie können sich auch an eine Hausärztin, einen Hausarzt, eine Apothekerin, einen Apotheker oder an eine andere Fachperson wenden, die in Impffragen berät.
