Starrkrampf 

Starrkrampf (Tetanus) ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit. Die Bakterien kommen überall in der Umwelt vor und können über Wunden in den Körper gelangen. Die Krankheit verursacht schmerzhafte Muskelkrämpfe und kann lebensbedrohlich sein. Die Impfung beginnt im Kindesalter und ist ein Leben lang wichtig. 

Kurz und knapp: Die Impfung gegen Starrkrampf

Empfohlen für

  • alle Kinder ab 2 Monaten (als Basisimpfung)
  • alle Jugendlichen (als Basisimpfung)
  • alle Erwachsene (als Basisimpfung)
  • Kinder und Erwachsene mit Impflücken (als Nachholimpfung)  

Impfschema

Kinder

  • drei Impfdosen, je eine im Alter von 2, 4 und 12 Monaten
  • danach eine Auffrischimpfung im Alter von 4 bis 7 Jahren

Jugendliche (Auffrischimpfung)

  • eine Auffrischimpfung im Alter von 11 bis 15 Jahren

Erwachsene (Auffrischimpfung)

  • eine Auffrischimpfung im Alter von 25 bis 29 Jahren, danach alle 20 Jahre
  • ab dem Alter von 65 Jahren alle 10 Jahre

Bei Verletzungen mit erhöhtem Risiko für Starrkrampf kann eine zusätzliche Impfdosis früher erforderlich sein.

Nachholimpfungen sind in jedem Alter für Personen möglich, die nicht oder unvollständig geimpft sind.

Warum ist die Impfung gegen Starrkrampf sinnvoll?

Starrkrampf entsteht, wenn Sporen der Starrkrampfbakterien über eine Wunde in den Körper gelangen und ein Toxin (Gift) bilden, das das Nervensystem angreift. Die Krankheit verursacht schmerzhafte Muskelkrämpfe und kann lebensbedrohlich sein. Da eine durchgemachte Erkrankung keinen zuverlässigen Schutz hinterlässt, ist die Impfung die wichtigste Vorbeugung.

Schutz vor schweren Krankheitszeichen und Komplikationen
Typisch für Starrkrampf sind starke Muskelverkrampfungen, die auch die Atemmuskulatur betreffen können. Dadurch kann es zu Atemstillstand und weiteren schweren Komplikationen kommen. Trotz intensivmedizinischer Behandlung kann Starrkrampf tödlich verlaufen.
Verlässlicher Schutz nur durch Impfung
Die Bakteriensporen kommen praktisch überall vor, z. B. in Erde oder Strassenstaub. Eine Ansteckung ist im Alltag möglich, etwa durch Verletzungen beim Spielen im Freien, bei der Gartenarbeit oder nach einem Sturz beim Velofahren. Eine konsequente Wundhygiene ist wichtig, reicht aber allein nicht aus. Die Impfung bietet einen zuverlässigen Schutz.
Nach Verletzungen besonders wichtig
Bei bestimmten Verletzungen kann eine Auffrischimpfung vor dem regulären Zeitpunkt angezeigt sein. Ob dies nötig ist, hängt unter anderem von der Art der Wunde und dem bisherigen Impfstatus ab.
Langfristigen Impfschutz aufrechterhalten
Der Impfschutz muss im Verlauf des Lebens regelmässig aufgefrischt werden. In der Schweiz treten vereinzelt Fälle von Starrkrampf auf, insbesondere bei Personen ohne ausreichenden Impfschutz. Besonders bei älteren Personen sind Impflücken häufig. Auffrischimpfungen sind auch möglich, wenn die letzte Impfung lange zurückliegt.

Impfkalender für Starrkrampf

Die Starrkrampfimpfung wird als Kombinationsimpfung verabreicht, der zum Beispiel auch gegen Diphtherie und Keuchhusten schützt.

Im Säuglingsalter wird in der Regel ein Sechsfach-Impfstoff in einer einzigen Spritze verabreicht, der zusätzlich vor Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B schützt.

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

Starrkrampf

Tetanus

2)

Diphtherie

Keuchhusten

Pertussis

Kinderlähmung

Poliomyelitis

Haemophilus influenzae Typ b

Hib

Hepatitis B

1)

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Mit der vollständigen Starrkrampfimpfung besteht ein zuverlässiger Schutz vor einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meist mild und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Die Impfung schützt zuverlässig vor Starrkrampf. Da die Krankheit durch ein Toxin der Bakterien ausgelöst wird und auch nach einer durchgemachten Erkrankung kein sicherer Schutz besteht, ist die vollständige Impfung die wichtigste Vorbeugung.

Schutz vor lebensbedrohlicher Erkrankung 

Starrkrampf kann schwere Muskelkrämpfe und Atemprobleme verursachen. Die Impfung verhindert die Erkrankung sehr zuverlässig, wenn der Impfschutz aktuell ist.

Schutz nach Verletzungen

Ein aktueller Impfschutz ist besonders wichtig, weil Starrkrampfbakterien auch über kleine Wunden in den Körper gelangen und eine Erkrankung auslösen können. Je nach Verletzung und Impfstatus kann eine Auffrischimpfung notwendig sein.

Langfristiger Schutz durch Auffrischimpfungen

Der Schutz muss im Erwachsenenalter regelmässig aufgefrischt werden. So bleibt die Immunität über das ganze Leben erhalten.

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Starrkrampf-Impfstoffe werden seit Jahrzehnten eingesetzt und gelten als sicher. Häufige Nebenwirkungen sind normale Impfreaktionen. Sie zeigen, dass das Immunsystem reagiert. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Häufige Nebenwirkungen

  • Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber innerhalb von 24 Stunden
  • das Kind kann vorübergehend unruhig sein

Seltene Nebenwirkungen

Fieberkrampf (in der Regel harmlos, ohne bleibende Folgen)

Sehr seltene Nebenwirkungen

Es kann bei einzelnen Personen direkt nach einer Impfung zu einer schweren allergischen Reaktion kommen.

Impfstoff

Den Starrkrampf-Impfstoff gibt es nur als Kombinationsimpfstoff, zum Beispiel zusammen mit den Impfstoffen gegen Diphtherie und Keuchhusten. Im Säuglingsalter wird in der Regel ein Sechsfach-Impfstoff verwendet, der zusätzlich vor Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B schützt.

Der Starrkrampf-Impfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff.
Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine vermehrungsfähigen Erreger enthalten. Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff wirkt. 

Fragen und Antworten

Wie häufig war Starrkrampf früher – und wie ist die Situation heute?open

Vor der Einführung der Impfung kam es auch in der Schweiz regelmässig zu schweren und oft tödlichen Fällen von Starrkrampf, insbesondere nach Verletzungen.

Heute ist Starrkrampf dank der Impfung sehr selten: In der Schweiz werden jährlich ein bis zwei Fälle gemeldet. Diese betreffen fast ausschliesslich ungeimpfte Personen oder ältere Menschen ohne Auffrischimpfung.

In Ländern mit hoher Impfquote ist die Zahl der Erkrankungen insgesamt um über 95 bis 99 % zurückgegangen.

Kann Starrkrampf von Mensch zu Mensch übertragen werden?open

Nein. Starrkrampf wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Bakteriensporen kommen natürlicherweise in der Umwelt vor, z. B. in Erde, Staub oder Tierkot. Gelangen sie über eine Wunde in den Körper, können sie ein Toxin (Gift) bilden, das das Nervensystem angreift. Eine Ansteckung ist im Alltag möglich, etwa durch kleine Verletzungen bei Gartenarbeiten oder Aktivitäten im Freien sowie durch Schürfungen nach einem Sturz. Deshalb kann sich grundsätzlich jede Person anstecken – unabhängig vom Kontakt zu anderen Menschen. Einen wirksamen Schutz bietet nur die vollständige Impfung.

Kann ich trotz durchgemachter Erkrankung erneut an Starrkrampf erkranken?open

Ja. Eine überstandene Starrkrampf-Erkrankung hinterlässt keinen zuverlässigen Immunschutz. Auch nach einer Erkrankung bleibt eine Impfung notwendig, um vor einer erneuten Infektion geschützt zu sein. Das unterscheidet Starrkrampf von vielen anderen Infektionskrankheiten, bei denen eine durchgemachte Erkrankung zu einer längerfristigen Immunität führt.

Was soll ich nach einer Verletzung tun?open

Lassen Sie Wunden möglichst rasch reinigen und medizinisch beurteilen. Eine Gesundheitsfachperson entscheidet, ob eine zusätzliche Impfung erforderlich ist. Entscheidend sind dabei Art und Verschmutzungsgrad der Wunde sowie Ihr Impfstatus.

Bei bestimmten Verletzungen kann eine Auffrischimpfung notwendig sein – selbst dann, wenn die letzte Impfung noch nicht lange zurückliegt.

Kann ich die Starrkrampf-Impfung nachholen, wenn ich ungeimpft bin?open

Ja. Ungeimpfte Personen sollten die Impfung nachholen. Für Erwachsene sind dafür drei Impfdosen in vorgegebenen Abständen notwendig.  

Bei unvollständigem Impfschutz oder wenn frühere Impfungen nicht sicher dokumentiert sind, werden zusätzliche Impfdosen empfohlen. Es ist unbedenklich, wenn dabei mehr Impfdosen als eigentlich nötig verabreicht werden. Lassen Sie sich von einer Gesundheitsfachperson beraten.

Was tun, wenn ich nicht weiss, ob ich geimpft bin?open

Überprüfen Sie Ihren Impfausweis. Die Starrkrampf-Impfung ist meist Teil eines Kombinationsimpfstoffs und als DTPa, dTpa oder dT vermerkt. Ist kein Nachweis vorhanden oder der Impfstatus unklar, wird empfohlen, die Impfung nachzuholen. Eine Gesundheitsfachperson kann Sie beraten und einen individuellen Impfplan erstellen.

Wie oft brauche ich Auffrischimpfungen?open

Nach der Basisimmunisierung im Kindesalter wird im jungen Erwachsenenalter eine Auffrischimpfung empfohlen. Danach genügt in der Regel eine Auffrischung alle 20 Jahre. Ab dem Alter von 65 Jahren wird empfohlen, den Schutz alle zehn Jahre zu erneuern, da die Immunantwort im Alter abnimmt.

Warum wird die Starrkrampf-Impfung nur als Kombinationsimpfstoff verabreicht?open

In der Schweiz ist kein Einzelimpfstoff gegen Starrkrampf erhältlich. Die Impfung wird zusammen mit der Impfung gegen Diphtherie und meist auch Keuchhusten verabreicht, je nach Alter zusätzlich mit weiteren Impfstoffen. Die Kombination ermöglicht es, die Zahl der verabreichten Spritzen zu reduzieren. Diese Kombinationsimpfstoffe sind gut untersucht und gelten als sicher.

Kann mein Kind mehrere Impfstoffe gleichzeitig vertragen?open

Ja. Das Immunsystem von Säuglingen ist gut in der Lage, auf mehrere Impfstoffe gleichzeitig zu reagieren. Die tägliche Auseinandersetzung mit Keimen aus der Umwelt beansprucht das Immunsystem weit stärker als Impfungen. Studien zeigen, dass Kombinationsimpfstoffe sicher sind und nicht zu mehr Nebenwirkungen führen als Einzelimpfstoffe. Zudem sind weniger Spritzen nötig.

Ist die Starrkrampf-Impfung vor Reisen wichtig?open

Ja. Da die Bakteriensporen weltweit vorkommen, ist ein aktueller Impfschutz unabhängig vom Reiseziel wichtig.  

Reisen sind eine gute Gelegenheit, den Impfstatus zu überprüfen und bei Bedarf aufzufrischen – dies gilt für alle empfohlenen Impfungen.

Wer trägt die Kosten für die Starrkrampf-Impfung?open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen.