Gürtelrose 

Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine schmerzhafte Erkrankung, die entsteht, wenn das Windpocken-Virus im Körper wieder aktiv wird. Sie verursacht einen meist einseitigen Hautausschlag und kann zu lang anhaltenden Nervenschmerzen führen, besonders im höheren Alter. Die Impfung senkt das Risiko deutlich.

Kurz und knapp: Die Impfung gegen Gürtelrose

Empfohlen für

  • alle Personen ab 65 Jahren (als ergänzende Impfung)
  • Personen ab 50 Jahren mit einer Immunschwäche 
    (als Impfung für Risikogruppen/Risikosituationen)
  • Personen ab 18 Jahren mit einer schweren Immunschwäche 
    (als Impfung für Risikogruppen/Risikosituationen)

Impfschema

  • Gesunde Personen ab 65 Jahren: zwei Impfdosen im Abstand von mindestens zwei Monaten
  • Personen mit einer Immunschwäche: zwei Impfdosen im Abstand von vier bis acht Wochen

Warum ist die Gürtelrose-Impfung sinnvoll?

Fast alle Erwachsenen in der Schweiz hatten früher Windpocken und tragen das Virus im Körper. Mit zunehmendem Alter oder bei einer geschwächten Immunabwehr steigt das Risiko für eine Erkrankung und für Komplikationen. Die Impfung verringert dieses Risiko und schützt vor möglichen schweren Folgen.

Das Risiko nimmt mit dem Alter zu
Jede Person, die früher Windpocken hatte, kann später eine Gürtelrose entwickeln. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Personen mit einer geschwächten Immunabwehr.
Mögliche Komplikationen vermeiden
Neben dem typischen Hautausschlag können zusätzliche Komplikationen auftreten, etwa bakterielle Infektionen der Haut. In seltenen Fällen kommt es zu schweren Verläufen mit Lungenentzündung oder Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute.
Lang anhaltende Beschwerden verhindern
Bei einem Teil der Erkrankten treten Nervenschmerzen auf, die über Wochen oder Monate bestehen können. Diese Schmerzen sind oft schwer zu behandeln und können die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt
Die Behandlung von Gürtelrose beschränkt sich meist auf die Linderung der Symptome. In bestimmten Fällen können Medikamente eingesetzt werden, die die Vermehrung des Virus hemmen.
Wirksamer Schutz durch die Impfung
Jede dritte Person erkrankt im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an Gürtelrose. Die Impfung schützt zu 70 bis 90 % vor dem Ausbruch einer Gürtelrose und senkt das Risiko für Komplikationen deutlich.

Impfkalender für Gürtelrose

ImpfungAlter in MonatenAlter in Jahren
023 - 44591212 - 184 - 711 - 152545ab 65

Gürtelrose

Herpes Zoster

1)

Schutz und mögliche Nebenwirkungen

Die Impfung schützt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit vor einem Ausbruch der Krankheit und damit verbundenen Komplikationen. Wie jedes Medikament kann auch ein Impfstoff Nebenwirkungen haben. Sie sind meist mild und klingen nach 1 bis 3 Tagen ab.

Schutz

Das Wichtigste in Kürze

Die Impfung schützt wirksam vor Gürtelrose und senkt das Risiko für lang anhaltende Beschwerden deutlich. Sie ist für ältere Personen und Risikogruppen vorgesehen, da bei ihnen das Erkrankungsrisiko erhöht ist.

Schutz vor Gürtelrose

Nach zwei Impfdosen besteht ein Schutz von etwa 70 bis 90 % vor einer Erkrankung.

Schutz vor Komplikationen

Wenn es trotz Impfung zu einer Erkrankung kommt, ist das Risiko für schwere Verläufe deutlich reduziert.

Schutz vor lang anhaltenden Beschwerden

Hoher Schutz vor lang anhaltenden Nervenschmerzen

Langfristiger Schutz

Der Impfschutz bleibt über mehrere Jahre erhalten

Mögliche Nebenwirkungen

Das Wichtigste in Kürze

Die Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster) ist intensiv erprobt und sicher. Häufige Nebenwirkungen gelten als normale Impfreaktionen – sie zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Auch ohne solche Reaktionen ist die Impfung wirksam.

Häufige Nebenwirkungen

Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen. Häufige allgemeine Symptome sind Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen oder Fieber.
Diese Reaktionen klingen nach 1 bis 3 Tagen von selbst ab. 

Seltene Nebenwirkungen

Es kann bei einzelnen Personen direkt nach einer Impfung zu einer schweren allergischen Reaktion kommen. Eine solche muss sofort medizinisch behandelt werden.

Sehr selten kann nach der Gürtelrose-Impfung eine neurologische Erkrankung namens Guillain-Barré-Syndrom (GBS) auftreten. GBS tritt jedoch häufiger nach einer Gürtelrose-Erkrankung auf als nach der Impfung.

Impfstoff

Der Gürtelrose-Impfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff.

Totimpfstoffe sind bewährte Impfstoffe, die gut verträglich sind, da sie keine lebenden Erreger enthalten. Erfahren Sie hier, wie ein Totimpfstoff wirkt.

Fragen und Antworten

Kann ich mich gegen Gürtelrose impfen lassen, wenn ich nicht weiss, ob ich früher schon einmal Windpocken hatte?open

Fast alle erwachsenen Menschen in der Schweiz haben früher Windpocken durchgemacht. Für die Impfung gegen Gürtelrose ist daher kein Nachweis einer früheren Erkrankung mittels Bluttest erforderlich.

Steht jedoch eine Behandlung bevor, die das Immunsystem stark schwächt, oder ist eine Organtransplantation geplant, kann ein Bluttest sinnvoll sein. Zeigt dieser, dass kein Schutz gegen Windpocken besteht – also weder durch eine frühere Erkrankung noch durch eine Impfung – wird eine Impfung gegen Windpocken empfohlen.

Sollte ich mich impfen lassen, wenn ich früher gegen Windpocken geimpft wurde?open

Ja. Auch Personen, die gegen Windpocken geimpft wurden, können später an Gürtelrose erkranken. Die Impfung gegen Gürtelrose wird allen Personen ab 65 Jahren empfohlen. Personen mit bestimmten Risikofaktoren, zum Beispiel einer Immunschwäche, sollten sich bereits früher impfen lassen.

Sollte ich mich impfen lassen, wenn ich bereits Gürtelrose hatte?open

Ja. Eine Gürtelrose kann mehrmals auftreten. Die Impfung reduziert das Risiko für erneute Erkrankungen und mögliche Komplikationen. Sie dient jedoch nicht zur Behandlung einer bestehenden Gürtelrose. Geimpft wird erst nach vollständigem Abklingen der Erkrankung.

Schützt die Gürtelrose-Impfung auch vor Demenz? open

Mehrere neuere Studien zeigen, dass geimpfte Personen ein geringeres Risiko haben könnten, an Demenz zu erkranken.

Warum das so ist, ist noch nicht vollständig geklärt. Fachleute vermuten, dass die Impfung Entzündungen im Nervensystem reduziert, die durch Gürtelrose verursacht werden und möglicherweise zur Entstehung von Demenz beitragen können.

Wichtig ist, dass dieser mögliche Zusatznutzen noch weiter erforscht wird. Die Impfung wird in erster Linie empfohlen, um vor Gürtelrose und deren Komplikationen zu schützen.

Wer trägt die Kosten für die Gürtelrose-Impfung?open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) finden Sie auf der BAG-Webseite Kostenübernahme bei Impfungen.