Influenza

Eine saisonale Grippe (Influenza A und B) ist oft keine «einfache Erkältung». Zum Schutz vor schweren Verläufen und Grippekomplikationen empfehlen EKIF und BAG eine saisonale Impfung primär für alle Personen ab 65 Jahren sowie für Risikogruppen. Die Impfstoffe werden jährlich an die voraussichtlich zirkulierenden Influenzaviren angepasst.

Zielgruppen und Impfschemata

ZielgruppeDefinitionImpfschema
Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko bei einer GrippeerkrankungPersonen ab 65 Jahren*Jährlich: 1 Dosis ab Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle

(Je nach individueller Einschätzung auch noch später im Verlauf der Grippewelle sinnvoll)

Für alle ab 75 sowie für 65- bis 74-Jährige mit zusätzlichen Risikofaktoren ist ein Hochdosis-Grippeimpfstoff vorzuziehen.
Schwangere Frauen** und Frauen, die in den letzten 4 Wochen entbunden haben
Frühgeborene** ab dem Alter von 6 Monaten für die ersten 2 Winter nach der Geburt
Personen ab dem Alter von 6 Monaten mit bestimmten Grunderkrankungen**:

Immundefizienz (inkl. Neoplasien, Transplantationen)

Lungen-, Herz-Kreislauf-, neurologische, muskuloskelettale, hämatologische, Nieren- und Leber-Erkrankungen

Asplenie, Funktionsstörung der Milz

Stoffwechsel-Störungen, BMI ≥40

Details: siehe publizierte Impfempfehlung
Personen in Alters- und Pflegeheimen sowie Pflegeeinrichtungen für chronische Erkrankungen**
Enge Kontaktpersonen**
inkl. Gesundheitsfach­personal
Personen, die im privaten und beruflichen Umfeld regelmässigen Kontakt haben mit:

- Personen der vorgenannten Kategorien
- Säuglingen unter 6 Monaten
 
Jährlich: 1 Dosis ab Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle
Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko**
 
Personen mit regelmässigem Kontakt zu Hausgeflügel oder WildvögelnJährlich: 1 Dosis ab Mitte Oktober bis 
zum Beginn der Grippewelle

*  Ergänzende Impfempfehlung
** Impfung für Risikogruppen / Risikosituationen

In der Schweiz zugelassene Influenza-Impfstoffe 

Stand: September 2026

 

Efluelda®

ab 65 Jahren

Splitvakzine, trivalent, 
Hochdosis-Impfstoff

Fluarix®

ab 6 Monaten

Splitvakzine, trivalent

Influvac®

ab 6 Monaten

Splitvakzine, trivalent

Vaxigrip®

ab 6 Monaten

Splitvakzine, trivalent

Impfreaktionen und unerwünschte Impferscheinungen (UIE)

Gemäss der Literatur sind lokale wie auch systemische Nebenwirkungen mild bis moderat, in der Regel kurzandauernd.

Sehr selten können im Fall einer Allergie Ausschläge, Ödeme oder Atembeschwerden sowie ganz selten eine allergische Sofortreaktion (anaphylaktischer Schock) auftreten. 
Einmal pro 1 Million geimpfte Personen wird das autoimmun bedingte Guillain-Barré-Syndrom (GBS) in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Grippeimpfung beobachtet. Viel häufiger tritt ein GBS jedoch bei/nach einer Grippeerkrankung auf. 
Weitere Informationen finden sich in der publizierten Impfempfehlung von EKIF und BAG. 

Die ausführliche Dokumentation von möglichen Impfreaktionen und unerwünschten Impferscheinungen im Rahmen der Zulassung finden Sie auf Swissmedicinfo-pro.

Die Meldung von UIE-Verdachtsfällen erfolgt über das Elektronische Vigilance-Meldeportal (ElViS) von Swissmedic.

 

Non Pharmaceutical Interventions (NPI)

Ergänzende Hygiene- und Verhaltensempfehlungen können das Risiko einer Ansteckung reduzieren: zum Beispiel regelmässiges Lüften, das Tragen einer Maske in Innenräumen und gründliches Händewaschen oder Desinfizieren. 

Fragen und Antworten

Wann soll die Grippeimpfung verabreicht werden?open

Die Grippeimpfung soll idealerweise von Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle verabreicht werden. Bei Personen mit sehr hohem Risiko kann sie auch noch während der Grippewelle in Betracht gezogen werden.  Die Grippewelle lässt sich nicht genau vorhersagen, beginnt in der Schweiz in der Regel aber zwischen Dezember und Februar – am häufigsten im Januar. Auch bei einer Grippeimpfung im November oder Anfang Dezember bleibt in der Regel noch genügend Zeit, damit das körpereigene Immunsystem einen Impfschutz aufbauen kann. Eine Grippeimpfung kann gleichzeitig mit, vor oder nach einer Covid-19-Impfung oder auch einer Impfung gegen RSV erfolgen.

Kann ich gleichzeitig gegen die saisonale Grippe, gegen RSV und gegen Covid-19 impfen?open

Ja. Grundsätzlich kann die Impfung gegen die Grippe gleichzeitig mit, vor oder nach einer Covid-19- und/oder RSV-Impfung verabreicht werden. Diese drei Impfstoffe sind keine Lebendimpfstoffe und können daher in beliebiger zeitlicher Abfolge gegeben werden. Bei einer gleichzeitigen Verabreichung sollen diese am linken und am rechten Oberarm verabreicht werden, der Mindestabstand zwischen Injektionen beträgt 2,5 cm. Bei einer gleichzeitigen Verabreichung erübrigt sich ein weiterer Impftermin. Allerdings können allfällige unerwünschte Impferscheinungen nach beiden Impfungen dann gemeinsam auftreten, inklusive Schmerzen an beiden Oberarmen.

Sind die besonders gefährdeten Personen durch die Impfung ausreichend vor der saisonalen Grippe geschützt?open

Je mehr Menschen aus der Risikogruppe sich impfen lassen, desto besser. Oft ist die Wirksamkeit der Impfung bei Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko jedoch etwas weniger hoch als bei gesunden, jüngeren Menschen. Die Grippeimpfung wird deshalb auch jenen Personen empfohlen, die beruflich oder privat engen, regelmässigen Kontakt haben zu Menschen mit erhöhtem Komplikationsrisiko. Für ältere Personen ist seit 2022 auch der Hochdosisimpfstoff (Efluelda®) zugelassen und verfügbar, welcher eine erhöhte Wirksamkeit aufweist.

Was lässt sich zur Wirksamkeit der Grippeimpfung sagen?open

In einigen Wintern schützt die Grippeimpfung je nach Abstimmung  der Impfung auf die zirkulierenden Viren (Matching) sehr gut. In anderen Jahren ist die Wirksamkeit gegen eine Grippeerkrankung nicht optimal. Dies wird naturgemäss erst während bzw. nach der Grippesaison evident. Dennoch wird insgesamt das Risiko schwerer Erkrankungen deutlich gesenkt.


Die Grippeimpfung schützt nicht in jedem Fall: Studien schätzen die Wirksamkeit je nach Saison, zirkulierenden Virus-Subtypen, Immunkompetenz der geimpften Personen und des untersuchten Endpunkts (Outcome) auf 20 bis 80 %. Bei einem geschwächtem Immunsystem, bei älteren Personen und Menschen mit chronischen Krankheiten kann die Wirksamkeit der Grippeimpfung geringer sein als bei jüngeren Gesunden. Daher ist es von Vorteil, wenn sich zusätzlich auch die mit diesen Menschen regelmässig in nahem Kontakt stehenden Personen (z.B. in der Familie oder im Gesundheitswesen) ebenfalls gegen die Grippe impfen lassen. 

Tritt trotz Impfung eine Grippe auf, so verläuft diese oft weniger schwer und das Risiko schwerer Grippekomplikationen ist geringer.

Wie werden in der Schweiz die Grippeimpfstoffe eingekauft?open

Der Impfstoffmarkt in der Schweiz untersteht – mit der Ausnahme von pandemischen Impfstoffen und neuartigen Impfstoffen bei Ausbrüchen 
(z. B. gegen Covid-19 während der Pandemie oder Mpox) – der freien Marktwirtschaft gemäss Angebot und Nachfrage. Impfstellen, wie z. B. Arztpraxen oder Apotheken, kaufen ihre Grippe-Impfstoffdosen auf dem freien Markt ein. Der Bund kauft oder beschafft keine nicht-pandemischen Impfstoffe und somit auch keine gegen die saisonale Grippe.

Historie der Impfempfehlung

Zurzeit wird einerseits an der Entwicklung von besser und breiter wirksamen Grippeimpfstoffen geforscht, und andererseits werden Kombinations­impfstoffe gegen verschiedene respiratorische Viren (also Influenza, Covid-19 und RSV) entwickelt.
Kombinationsimpfstoffe gegen Influenza und Covid-19 werden für die Schweiz frühestens ab 2027 erwartet.


2010
Ergänzung der Empfehlungen im Schweizerischen Impfplan für alle Frauen während der Schwangerschaft.

2009
Ergänzung der Empfehlungen im Schweizerischen Impfplan für Frühgeborene, Bewohnende von Alters- und Pflegeheimen, Personen mit regelmässigem Kontakt zu Personen mit einem erhöhten Grippekomplikationsrisiko sowie Personen mit Kontakt zu Hausgeflügel und Wildvögeln.

Historie der Impfempfehlung

Zurzeit wird einerseits an der Entwicklung von besser und breiter wirksamen Grippeimpfstoffen geforscht, und andererseits werden Kombinations­impfstoffe gegen verschiedene respiratorische Viren (also Influenza, Covid-19 und RSV) entwickelt.
Kombinationsimpfstoffe gegen Influenza und Covid-19 werden für die Schweiz frühestens ab 2027 erwartet.


2010
Ergänzung der Empfehlungen im Schweizerischen Impfplan für alle Frauen während der Schwangerschaft.

2009
Ergänzung der Empfehlungen im Schweizerischen Impfplan für Frühgeborene, Bewohnende von Alters- und Pflegeheimen, Personen mit regelmässigem Kontakt zu Personen mit einem erhöhten Grippekomplikationsrisiko sowie Personen mit Kontakt zu Hausgeflügel und Wildvögeln.


2003
Erste breit eingesetzte Lebendgrippeimpfstoffe mit abgeschwächten Influenzaviren (nasale Verabreichung). Aktuell (2025) ist in der Schweiz kein solcher Impfstoff verfügbar.

1996
Empfehlungen im Schweizerischen Impfplan für alle Personen im Alter von 65 Jahren und älter sowie für Personen ab 6 Monaten mit chronischen Herz-Lungen-Krankheiten, Stoffwechselstörungen, Niereninsuffizienz, Immunsuppression etc. und für Personen, die eine Grippe auf die genannten Patientinnen und Patienten übertragen können (Medizinalpersonen, Angehörige etc.).

Ende der 1980er-Jahre
Entwicklung von nasal verabreichten Lebendimpfstoffen gegen Grippe in den USA

1981
Erste Grippeimpfempfehlungen im Schweizerischen Impfplan, für chronisch Kranke (ab 3-6 Monaten), und allgemein bei über 60- bis 65-jährigen

1976
erste breit eingesetzte «Subunit-Impfstoffe» gegen die Grippe.

1968
erste inaktivierte, trivalente Impfstoffe gegen Influenzaviren vom Typ A (H1N1 und H3N2) und Typ B. Inaktivierte Grippeimpfstoffe werden auch in Europa zugelassen, es handelte sich dabei um «Splitvakzine».

Seit 1952
Weltweite Surveillance der zirkulierenden Influenzaviren auf Initiative der WHO.

1942 erster inaktivierter, bivalenter Impfstoff gegen Viren vom Typ A und Typ B in den USA.

1936
Entwicklung des ersten Lebendgrippeimpfstoffs, welcher in der Folge jedoch nicht breit eingesetzt wurde.