Zielgruppen und Impfschemata
In der Schweiz zugelassene Influenza-Impfstoffe
Impfreaktionen und unerwünschte Impferscheinungen (UIE)
Gemäss der Literatur sind lokale wie auch systemische Nebenwirkungen mild bis moderat, in der Regel kurzandauernd.
Sehr selten können im Fall einer Allergie Ausschläge, Ödeme oder Atembeschwerden sowie ganz selten eine allergische Sofortreaktion (anaphylaktischer Schock) auftreten.
Einmal pro 1 Million geimpfte Personen wird das autoimmun bedingte Guillain-Barré-Syndrom (GBS) in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Grippeimpfung beobachtet. Viel häufiger tritt ein GBS jedoch bei/nach einer Grippeerkrankung auf.
Weitere Informationen finden sich in der publizierten Impfempfehlung von EKIF und BAG.
Die ausführliche Dokumentation von möglichen Impfreaktionen und unerwünschten Impferscheinungen im Rahmen der Zulassung finden Sie auf Swissmedicinfo-pro.
Die Meldung von UIE-Verdachtsfällen erfolgt über das Elektronische Vigilance-Meldeportal (ElViS) von Swissmedic.
Epidemiologie
Weitere Informationen
Non Pharmaceutical Interventions (NPI)
Ergänzende Hygiene- und Verhaltensempfehlungen können das Risiko einer Ansteckung reduzieren: zum Beispiel regelmässiges Lüften, das Tragen einer Maske in Innenräumen und gründliches Händewaschen oder Desinfizieren.
Fragen und Antworten
01Wann soll die Grippeimpfung verabreicht werden?
Die Grippeimpfung soll idealerweise von Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle verabreicht werden. Bei Personen mit sehr hohem Risiko kann sie auch noch während der Grippewelle in Betracht gezogen werden. Die Grippewelle lässt sich nicht genau vorhersagen, beginnt in der Schweiz in der Regel aber zwischen Dezember und Februar – am häufigsten im Januar. Auch bei einer Grippeimpfung im November oder Anfang Dezember bleibt in der Regel noch genügend Zeit, damit das körpereigene Immunsystem einen Impfschutz aufbauen kann. Eine Grippeimpfung kann gleichzeitig mit, vor oder nach einer Covid-19-Impfung oder auch einer Impfung gegen RSV erfolgen.
02Kann ich gleichzeitig gegen die saisonale Grippe, gegen RSV und gegen Covid-19 impfen?
Ja. Grundsätzlich kann die Impfung gegen die Grippe gleichzeitig mit, vor oder nach einer Covid-19- und/oder RSV-Impfung verabreicht werden. Diese drei Impfstoffe sind keine Lebendimpfstoffe und können daher in beliebiger zeitlicher Abfolge gegeben werden. Bei einer gleichzeitigen Verabreichung sollen diese am linken und am rechten Oberarm verabreicht werden, der Mindestabstand zwischen Injektionen beträgt 2,5 cm. Bei einer gleichzeitigen Verabreichung erübrigt sich ein weiterer Impftermin. Allerdings können allfällige unerwünschte Impferscheinungen nach beiden Impfungen dann gemeinsam auftreten, inklusive Schmerzen an beiden Oberarmen.
03Sind die besonders gefährdeten Personen durch die Impfung ausreichend vor der saisonalen Grippe geschützt?
Je mehr Menschen aus der Risikogruppe sich impfen lassen, desto besser. Oft ist die Wirksamkeit der Impfung bei Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko jedoch etwas weniger hoch als bei gesunden, jüngeren Menschen. Die Grippeimpfung wird deshalb auch jenen Personen empfohlen, die beruflich oder privat engen, regelmässigen Kontakt haben zu Menschen mit erhöhtem Komplikationsrisiko. Für ältere Personen ist seit 2022 auch der Hochdosisimpfstoff (Efluelda®) zugelassen und verfügbar, welcher eine erhöhte Wirksamkeit aufweist.
04Was lässt sich zur Wirksamkeit der Grippeimpfung sagen?
In einigen Wintern schützt die Grippeimpfung je nach Abstimmung der Impfung auf die zirkulierenden Viren (Matching) sehr gut. In anderen Jahren ist die Wirksamkeit gegen eine Grippeerkrankung nicht optimal. Dies wird naturgemäss erst während bzw. nach der Grippesaison evident. Dennoch wird insgesamt das Risiko schwerer Erkrankungen deutlich gesenkt.
Die Grippeimpfung schützt nicht in jedem Fall: Studien schätzen die Wirksamkeit je nach Saison, zirkulierenden Virus-Subtypen, Immunkompetenz der geimpften Personen und des untersuchten Endpunkts (Outcome) auf 20 bis 80 %. Bei einem geschwächtem Immunsystem, bei älteren Personen und Menschen mit chronischen Krankheiten kann die Wirksamkeit der Grippeimpfung geringer sein als bei jüngeren Gesunden. Daher ist es von Vorteil, wenn sich zusätzlich auch die mit diesen Menschen regelmässig in nahem Kontakt stehenden Personen (z.B. in der Familie oder im Gesundheitswesen) ebenfalls gegen die Grippe impfen lassen.
Tritt trotz Impfung eine Grippe auf, so verläuft diese oft weniger schwer und das Risiko schwerer Grippekomplikationen ist geringer.
05Wie werden in der Schweiz die Grippeimpfstoffe eingekauft?
Der Impfstoffmarkt in der Schweiz untersteht – mit der Ausnahme von pandemischen Impfstoffen und neuartigen Impfstoffen bei Ausbrüchen
(z. B. gegen Covid-19 während der Pandemie oder Mpox) – der freien Marktwirtschaft gemäss Angebot und Nachfrage. Impfstellen, wie z. B. Arztpraxen oder Apotheken, kaufen ihre Grippe-Impfstoffdosen auf dem freien Markt ein. Der Bund kauft oder beschafft keine nicht-pandemischen Impfstoffe und somit auch keine gegen die saisonale Grippe.
