RSV: Erwachsene

Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) treten saisonal gehäuft vom Spätherbst bis ins Frühjahr auf. Zum Schutz vor schweren Verläufen, Pneumonien und Hospitalisationen empfehlen EKIF und BAG die RSV-Impfung für alle Personen ab 75 Jahren sowie für Personen ab 18 Jahren mit erhöhtem Risiko aufgrund von Grunderkrankungen.

Zielgruppen und Impfschemata

Die neue Impfempfehlung (Oktober 2026) ist in Kürze hier verfügbar.
ZielgruppeImpfschema
Personen ab 75 Jahren*


 
1 Dosis 
präferentiell vor oder zu Beginn einer RSV-Welle

Gemäss aktuellem Wissenstand ist eine Dosis mindestens 3 Jahre wirksam. 
Ob und wann eine allfällige Auffrischimpfung erforderlich ist, wird anhand der in den nächsten Jahren hinzukommenden Daten evaluiert.
Personen ab 65 Jahren bzw. ab 18 Jahren (bei sehr hohem Risiko) mit bestimmten Grunderkrankungen**:

definierte Schweregrade von Immundefizienz (inkl. Neoplasien, Transplantationen, HIV)

Lungen-, Herz-Kreislauf-, neurologische, neuro-muskuläre, Nieren-, hämatologische Erkrankungen

Diabetes mellitus

Gebrechlichkeit,
Personen in Heimen bzw. Langzeit-Pflegeeinrichtungen 

Details: siehe publizierte Impfempfehlung

*  Ergänzende Impfempfehlung
** Impfung für Risikogruppen

Aktuell keine Kostenübernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP)

In der Schweiz zugelassene RSV-Impfstoffe 

Stand: September 2026

 

Abrysvo®

ab 18 Jahren, auch für Schwangere

rekombinanter Proteinimpfstoff
bivalent, nicht-adjuvantiert

Arexvy®

ab 18 Jahren

rekombinanter Proteinimpfstoff
adjuvantiert

mResvia®

ab 18 Jahren

mRNA-basierter Impfstoff

Impfreaktionen und unerwünschte Impferscheinungen (UIE)

Die Impfung mit RSV-Impfstoffen bei Erwachsenen hat sich als sehr gut verträglich und sicher erwiesen. Gemäss der Literatur sind lokale wie auch systemische Nebenwirkungen mild bis moderat, in der Regel kurzandauernd.

Die am häufigsten beobachteten UIE bei allen drei Impfstoffen waren lokale Reaktionen wie vorübergehend Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Injektionsstelle (12 % bei Abrysvo®, 61 % bei Arexvy® und 56 % bei mResvia®), gefolgt von Müdigkeit, Kopfschmerzen, Myalgie und Arthralgie (zwischen 10 % und 34 %).
Das autoimmun bedingte Guillain-Barré-Syndrom (GBS) wurde als sehr seltene, potenzielle UIE identifiziert. Dies wurde nur bei Abrysvo® und Arexvy® und nur bei Personen über 60 Jahren beobachtet, mit einer geschätzten Inzidenz von 4 bis 7 Fällen pro 1 Million Dosen. Ein kausaler Zusammenhang lässt sich aufgrund dieser Beobachtung nicht ableiten und dieses kleine allfällige Risiko wird durch den grossen Nutzen der Impfung bei Weitem aufgewogen. Ein möglicher Zusammenhang wird weiterhin untersucht.
Weitere Informationen finden sich in der publizierten Impfempfehlung von EKIF und BAG. 

Die ausführliche Dokumentation von möglichen Impfreaktionen und unerwünschten Impferscheinungen im Rahmen der Zulassung finden Sie auf Swissmedicinfo-pro.

Die Meldung von UIE-Verdachtsfällen erfolgt über das Elektronische Vigilance-Meldeportal (ElViS) von Swissmedic.

Non Pharmaceutical Interventions (NPI)

Ergänzende Hygiene- und Verhaltensempfehlungen können das Risiko einer Ansteckung reduzieren: zum Beispiel regelmässiges Lüften, das Tragen einer Maske in Innenräumen und gründliches Händewaschen oder Desinfizieren. 

Fragen und Antworten

Wann soll die RSV-Impfung verabreicht werden?open

Die RSV-Impfung sollte idealerweise zwischen Mitte Oktober und Mitte November verabreicht werden. Er kann auch später verabreicht werden, allerdings wenn möglich vor Beginn der saisonalen RSV-Epidemie. Die RSV-Impfung kann gleichzeitig mit, vor oder nach einer Grippe- und/oder Covid-19 Impfung erfolgen.  

Gemäss aktuellem Wissenstand ist eine Dosis mindestens 3 Jahre wirksam. Ob und wann eine allfällige Auffrischimpfung erforderlich ist, wird anhand der in den nächsten Jahren hinzukommenden Daten evaluiert.

Welcher der drei zugelassenen RSV-Impfstoffe soll vorzugsweise verwendet werden?open

Die drei RSV-Impfstoffe Abrysvo®, Arexvy® und mResvia® sind hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit sehr ähnlich. Sie alle zielen auf das gleiche Antigen (das Fusionsglykoprotein F in seiner prä-fusions-Form). Abrysvo® ist bivalent gegen die zwei RSV-Subtypen A und B, Arexvy® ist adjuvantiert, mResvia® ist (analog Spikevax ® gegen Covid-19) ein mRNA-Impfstoff. Alle drei Impfstoffe zeigen eine Wirksamkeit von rund 80% gegenüber schweren RSV-Erkrankungen. Auch die Häufigkeit und Schwere von UIEs ist vergleichbar. Daher werden die drei RSV-Impfstoffe als gleichwertig angesehen und es gibt keine präferentielle Empfehlung für den einen oder anderen Impfstoff.  

Für Schwangere Frauen ab 18 Jahren ist einzig Abrysvo® zugelassen.

Können RSV-Impfstoffe gemeinsam mit Influenza- und Covid-19-Impfstoffen verabreicht werden?open

Ja, dies ist problemlos möglich, in beliebiger zeitlicher Reihenfolge oder beliebigem Abstand zueinander. Für die Impfungen gegen alle drei Erreger ist jeweils nur 1 Dosis erforderlich, alle diese Impfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Impfviren. Bei einer gleichzeitigen Gabe von mehreren Impfstoffen sollte diese möglichst an beiden Oberarmen erfolgen, oder bei zwei Impfungen am selben Oberarm im Abstand von >2.5 cm injiziert werden. 

Soll wie bei der Grippe oder Covid-19 jeden Herbst auch gegen RSV geimpft werden? open

Es ist wichtig, dass Erwachsene ab 60 Jahren mit Vorerkrankungen oder Immunschwäche sowie alle Personen ab 75 nebst den Impfungen gegen Covid-19 und Grippe im Oktober oder November auch 1 Dosis eines RSV-Impfstoffs erhalten. Die hohe Wirksamkeit hält für mindestens drei Jahre an, so dass in den beiden Folgejahren keine erneute RSV-Impfung nötig ist. Dies gilt auch für Patientinnen und Patienten mit Immunschwäche. 

Die RSV-Impfungen sind neu, aber deren Sicherheit ist gut bekannt. Noch nicht genau bekannt ist hingegen, wie lange und wie gut die Impfungen über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren wirken. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob und gegebenenfalls wann eine erneute Dosis erforderlich sein wird. 

Wie rasch nach einer durchgemachten RSV-Erkrankung kann gegen RSV geimpft werden?open

Hierzu gibt es noch kein fundiertes Wissen. Aber: Eine durchgemachte RSV-Erkrankung hinterlässt nur eine kurzfristige Immunität von einigen Monaten. Bei stark immungeschwächten Patientinnen und Patienten kann dies auch kürzer sein. Eine RSV-Impfung nach kürzlicher RSV-Infektion ist möglich, aber die Erkrankung sollte zumindest vollständig ausgeheilt sein.

Welche Kontraindikationen gelten für RSV-Impfstoffe bei älteren Menschen oder bei Immunschwäche? open

Im Prinzip gibt es keine Kontraindikationen, ausser eine bekannte schwere Allergie gegenüber einem der Impfstoffbestandteile.

Was lässt sich zur Wirksamkeit der RSV-Impfung sagen?open

Die Wirksamkeit gegenüber RSV-bedingten Erkrankungen der unteren Atemwege (LRTD)/Pneumonien beträgt für ältere Erwachsene im ersten Winter nach Impfung rund 66-84%. Die Wirksamkeit gegen schwere LRTD/Pneumonien liegt bei rund 78-86%. Diese Werte sind sowohl in allen Altersgruppen, wie auch bei Gesunden und den meisten Personen mit Vorerkrankungen ähnlich hoch. 

Offen ist zurzeit noch die Dauer des Impfschutzes. Neueste Daten zeigen eine Wirksamkeit über mindestens drei Jahre. Deshalb wird aktuell keine Booster-Impfung in den beiden Folgejahren empfohlen. 

Historie der Impfempfehlung

2024
Impfempfehlungen gegen RSV-Erkrankungen, inklusive für die maternale Impfung während der Schwangerschaft

2012
Eine Studie (Magro M. in: Proc. Natl Acad. Sci) beschreibt erstmalig die Existenz von prä-fusionellen F-spezifischen Antikörpern und ihren essenziellen Beitrag zur RSV-Neutralisierung.

Historie der Impfempfehlung

2024
Impfempfehlungen gegen RSV-Erkrankungen, inklusive für die maternale Impfung während der Schwangerschaft

2012
Eine Studie (Magro M. in: Proc. Natl Acad. Sci) beschreibt erstmalig die Existenz von prä-fusionellen F-spezifischen Antikörpern und ihren essenziellen Beitrag zur RSV-Neutralisierung.


1956
Entdeckung (erstmalige Isolierung und Beschreibung) des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)