Zielgruppen und Impfschemata
In der Schweiz zugelassene Covid-19-Impfstoffe
Impfreaktionen und unerwünschte Impferscheinungen (UIE)
Die Sicherheit und Verträglichkeit der Covid-19-Impfstoffe wurde in Zulassungsstudien und zahlreichen Beobachtungsstudien für Erwachsene und Jugendliche gezeigt.
In Beobachtungsstudien wurde für variantenangepasste Impfstoffe, die in den letzten Jahren in der Schweiz zur Verfügung standen, keine Zunahme der Rate unerwünschter Impferscheinungen bei Erwachsenen beobachtet.
Durch Überwachungssysteme nach Markteinführung wurde ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Myo-/Perikarditiden nach einer der ersten drei mRNA-Impfstoffdosen identifiziert. Das relative Risiko nach Impfung lag jedoch signifikant niedriger als das Myo-/Perikarditis-Risiko bei einer SARS-CoV-2-Infektion. Als Risikofaktoren wurde männliches Geschlecht, junges Alter (12–29 Jahre), ein kurzer Abstand zwischen 1. und 2. Impfdosis (< 30 Tage) sowie die höhere Antigendosierung von Spikevax® für die Grundimmunisierung im Vergleich zu Comirnaty® identifiziert. Nach der 1. Auffrischimpfung wurde kein Unterschied zwischen den Myokarditis-Raten zwischen den mRNA-Impfstoffen mehr beobachtet. Weitere Informationen finden sich in der publizierten Impfempfehlung von EKIF und BAG.
Die ausführliche Dokumentation von möglichen Impfreaktionen und unerwünschten Impferscheinungen im Rahmen der Zulassung finden Sie auf Swissmedicinfo-pro.
Die Meldung von UIE-Verdachtsfällen erfolgt über das Elektronische Vigilance-Meldeportal (ElViS) von Swissmedic.
Epidemiologie
Weitere Informationen
Non Pharmaceutical Interventions (NPI)
Ergänzende Hygiene- und Verhaltensempfehlungen können das Risiko einer Ansteckung reduzieren: zum Beispiel regelmässiges Lüften, das Tragen einer Maske in Innenräumen und gründliches Händewaschen oder Desinfizieren.
Fragen und Antworten
01Wie hoch ist das Risiko einer Myokarditis und/oder Perikarditis nach der Impfung?
Eine Infektion mit SARS-CoV-2 kann Myokarditiden und Perikarditiden verursachen. Es handelt sich um eine seltene Komplikation der Covid-19-Erkrankung, welche bei allen Virusvarianten beobachtet wurde. Sehr selten wurden auch nach einer Impfung gegen Covid-19-Fälle von Myokarditis und/oder Perikarditis berichtet. Diese UIE traten vorwiegend bei der zweiten Impfdosis bei jungen Männern auf. Die sehr seltene Nebenwirkung wurde in die Fachinformation der Covid-19-Impfstoffe aufgenommen (verfügbar unter swissmedicinfo.ch).
Studiendaten zeigen, dass das Risiko für eine Spitaleinweisung aufgrund einer Myokarditis nach mRNA-Impfung tiefer ist als nach einer SARS-CoV-2-Infektion.
In Überwachungsstudien zu XBB.1.5- und JN.1-angepassten Impfstoffen konnte kein erhöhtes Myokarditis-Risiko für beide mRNA-Impfstoffe für Erwachsenen oder alle Altersgruppen nachgewiesen werden.
02Kann auch ein anderer Impfstoff als bei vorhergehenden Impfdosen eingesetzt werden?
Ja. Die aktuell verfügbaren mRNA-Impfstoffe werden für alle Zielgruppen gleichwertig empfohlen, unabhängig davon, welcher Impfstoff im Vorfeld verwendet worden ist.
03Was wird für Personen empfohlen, die nach einer früheren Dosis eines Covid-19-Impfstoffs eine Myo-/Perikarditis erlitten haben?
Es wird empfohlen, vor weiteren Impfstoffdosen für Personen, die nach einer vorherigen Dosis eine Myokarditis/Perikarditis erlitten haben, zunächst Abklärungen zu machen. Eine weitere Dosis kann nach Rücksprache mit einem Spezialisten und einer persönlichen Risiko-Nutzen-Analyse in Betracht gezogen werden, wobei das individuelle Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung und das Expositionsrisiko zu berücksichtigen sind.
04Kann die Impfung auch zeitgleich mit anderen Impfungen verabreicht werden?
Ein Minimalabstand zwischen einer Covid-19-Impfung und der Verabreichung von anderen Impfungen ist, wie bei allen anderen Nicht-Lebendimpfstoffen, nicht erforderlich. So ist auch die gleichzeitige Verabreichung der Influenza-Impfung möglich.
05Schützt die Impfung vor einer Post-Covid-19-Erkrankung?
Die Impfung vermittelt einen gewissen Schutz vor dem Auftreten von Long-Covid-assoziierten Symptomen durch eine Infektion mit Omikron-Subvarianten: gemäss einem systematischen Review und Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 wird das Risiko je nach Studie zwischen 20–30 % reduziert.
06Warum ist der bevorzugte Impfzeitraum auf Herbst festgelegt?
Hospitalisierungsdaten aus Europa zeigen eine erhöhte Krankheitslast und Belastung des Gesundheitssystems durch schwere Covid-19-Fälle während der Wintermonate. Basierend auf Epidemiologie und Erfahrungen mit anderen Atemwegsviren sowie verändertem Verhalten während der kalten Jahreszeit (engere Kontakte in Innenräumen) wird im Herbst mit einem Anstieg der Fälle gerechnet.